Freitag, 14. August 2015

Presseschau:  Für Sie gelesen: 

KrebsforschungDarmtumore aus der Petrischale

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Europa, etwa die Hälfte der Patienten stirbt daran. Wie hoch die Überlebenschancen im Einzelfall sind, hängt davon ab, ob der Tumor rechtzeitig entdeckt wird und ob schnell die passende Therapie eingeleitet wird. Um schneller zu wissen, was dem Patienten hilft, haben Forscher aus Utrecht nun Darmtumore gezüchtet.
Von Magdalena Schmude
Eine Besucherin steht am 27.03.2013 in einem acht Meter langen begehbaren Darm-Modell im Foyer des Geraer SRH Waldklinikums. Hier beantworten Ärzte Fragen zum Thema Darmkrebs und seine Vorstufen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des bundesweiten Darmkrebsmonats März statt. (picture alliance / dpa / Bodo Schackow)
Ein begehbares Darm-Modell in einem Krankenhaus in Gera: Um Darmkrebs besser therapieren zu können, züchten Forscher künstliche Tumore. (picture alliance / dpa / Bodo Schackow)

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"Diese hier stammen von einem Tumor würde ich sagen, sie sind sehr dicht gewachsen, mit dicken Wänden und wenig Hohlraum im Inneren der Organoide. Wenn die Organoide von gesundem Gewebe stammen, gibt es Platz im Inneren, aber diese hier kommen von einem Tumor und wachsen als kompakte Strukturen."
Hans Clevers zeigt auf die kleinen Zellklumpen, die in einer Petrischale unter dem Mikroskop wachsen. Die Organoide sind ein bis zwei Millimeter groß und auch mit dem bloßen Auge gut zu erkennen. Sie sind aus einzelnen Tumorzellen eines Darmkrebs-Patienten entstanden. Hans Clevers und sein Team am Hubrecht Institut in Utrecht haben eine Technik entwickelt, um die Zellen im Labor am Leben zu erhalten. Unter den richtigen Bedingungen wachsen sie immer weiter und bilden so ein Mini-Modell des jeweiligen Tumors. Die Organoide könnten helfen, für jeden Darmkrebs-Patienten die wirksamste Behandlung zu finden.
"Die Schwierigkeit bei der Behandlung von Krebs ist, dass nur jeder dritte Patient wirklich von einem bestimmten Medikament profitiert. Wir konnten nur bisher nicht vorhersagen, welcher Patient das sein wird. Jetzt können wir das zum ersten Mal testen, indem wir Organoide aus dem Tumor eines Patienten züchten und diese dann mit zehn oder hundert oder tausend verschiedenen Wirkstoffen behandeln und beobachten, welche die Tumor-Zellen töten."
Bisher war es nicht möglich, die Wirkung eines Medikaments auf einen einzelnen Tumor im Vorfeld zu testen weil die Zellen nach einer Entnahme schnell absterben. Mit der Methode der Utrechter Wissenschaftler hat sich das geändert.
Zuverlässigere Vorhersagen über die Krankheit
Wichtig für die Zuverlässigkeit des Tests ist außerdem, dass die Tumor-Organoide in Aufbau und Zellzusammensetzung dem Tumor im Körper des jeweiligen Patienten entsprechen und deshalb sehr ähnlich reagieren, wenn sie mit einem Wirkstoff behandelt werden. Hans Clevers weiß, dass auch die direkte Umgebung des Tumors im Körper seine Reaktion auf ein Medikament beeinflusst. Ein Umstand, der in der Forschung oft ignoriert wird.
"Gewebe sind dreidimensional und auch Tumore sind dreidimensional. Sie wachsen nicht flach auf Plastik, sondern haben Kontakt zum Bindegewebe, zu Kollagen und anderen Molekülen. Unsere Technik hat den Vorteil, dass wir die Situation im Körper simulieren, indem wir auch diese anderen Faktoren dazugeben und die Zellen in eine dreidimensionale Struktur wachsen lassen. Wir kommen so den Bedingungen sehr nah, die im Körper herrschen."
Das soll die Vorhersagen noch zuverlässiger machen. Wie zuverlässig testen die Forscher zur Zeit. Sie behandeln die Organoide auf die gleiche Weise, wie der jeweilige Patient in der Klinik behandelt wird und vergleichen anschließend die Ergebnisse. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler zuerst die Therapie am Organoid testen und dann die Ärzte beraten, welches Medikament dem Patienten am ehesten hilft.
Langfristig sollen solche Vorversuche dann komplett überflüssig werden. Hans Clevers und sein Team untersuchen auch, welche Gen-Veränderungen die Tumorzellen aufweisen. Wenn bekannt ist, welche Mutation einen Tumor sensitiv oder resistent gegenüber einem bestimmten Medikament macht, könnte das die Zuordnung der passenden Therapie noch einfacher machen.
"Wir glauben, dass es eine Art Code gibt. Er wird vermutlich sehr komplex und schwer zu finden sein, aber wenn wir mit unserer Technik genug Organoide getestet haben, können wir einen Tumor hoffentlich auf Basis seiner DNA-Veränderungen einer Gruppe zuordnen und wissen dann, ob er auf ein Medikament reagiert oder nicht. Dann müssten wir keine Organoide mehr wachsen lassen, sondern nur wissen, welche Mutationen ein Tumor aufweist."
Bis die nötige Menge an Daten gesammelt ist, werden die Wissenschaftler noch Tausende Organoide testen müssen. Doch Hans Clevers ist zuversichtlich, dass sie am Ende die Behandlung von Darmkrebspatienten entscheidend verbessern werden.

Quelle: Deutschlandfunk  

Termin 24.09.2015 in Brunsbüttel: „Darmkrebs – Fortschritt in Vorbeugung und Behandlung“

Mit „Darmkrebs – Fortschritt in Vorbeugung und Behandlung“ referiert Prof. Dr. Thomas Hermann am 24. September. Der Onkologe gilt als Koryphäe auf seinem Gebiet und ist seit 1. Juli gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Sixtus Keck Chefarzt am Heider Westküstenklinikum.

Veranstaltungsort: 
Galerie Rusch an der Schulstraße in Brunsbüttel.
Beginn:
19.30 Uhr 

Infos: www.wattopedia.de

Montag, 10. August 2015

Lässt sich die Darmaktivität positiv beeinflussen ?


In der Internetwerbung tauchen immer mehr Anbieter, unter anderem auch aus den Niederlanden auf, auf, die sogenannte Präbiotika Kapseln anbieten, wobei eine Monatspackung schnell einmal 70 Euro kosten soll, wobei dem Kunden das Angebot dadurch schmackhaft gemacht wird, dass man ihm beim Kauf eines für 6 Monate reichenden Vorrates den Monatspreis auf z.B. 39 EURO rabattiert. 

Was ist dran an den vollmundigen Erklärungen der Anbieter ? 

Wie sicher sind die angeblich gesicherten Erkenntnisse derartiger Anbieter ? 

Einige Antworten dazu finden wir bei Wikipedia: 

Präbiotika (auch Prebiotika) sind „Nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die ihren Wirt günstig beeinflussen, indem sie das Wachstum und/oder die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten im Dickdarm gezielt anregen und somit die Gesundheit des Wirts verbessern“ (Gibson und Roberfroid, 1995)[1].
Präbiotika gehören neben Probiotika zu den häufigsten Lebensmittelzusätzen. Die meisten potentiellen Präbiotika sind Kohlenhydrate, aber die Definition schließt nicht aus, dass auch Nicht-Kohlenhydrate als Präbiotika verwendet werden können. Sie stellen eine selektive Nahrungsgrundlage für Darmbakterien-Arten wieLaktobazillen und Bifidobakterien dar und können auf diese Weise gezielt die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen. So können sich potentiellMikroorganismen mit einem gesundheitsfördernden Einfluss für den Menschen im Dickdarm anhäufen.
Für die Di-Oligo- und Polysaccharide InulinLactuloseLactitolRaffinoseStachyose sowie weitere Fructane und Oligofructose wurden präbiotische Eigenschaften untersucht und nachgewiesen.[2]
In ChicoréeSchwarzwurzelnTopinambur und vielen anderen wenig oder gar nicht verarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln sind Präbiotika natürlich vorhanden. Industriell können Präbiotika aus unterschiedlichen Ausgangsstoffen hergestellt werden. Inulin und Oligofructose werden vorwiegend aus der Wurzelzichorie (Chicorée) gewonnen. Andere anerkannte Präbiotika wie Lactulose oder Galactooligosaccharide (GOS) werden hingegen aus Lactose (Milchzucker) hergestellt bzw. aus Milch isoliert[3].

Quelle: Wikipedia

In der Behandlung von Clostridium difficile-Darminfektionen (antibiotikaassoziierte Kolitis) sowie anderen bakteriell bedingten Darmentzündungen wird seit einigen Jahren mit großem Erfolg die fäkale Bakterien-Therapie (umgangssprachlich Stuhltransplantation) angewendet. Dabei wird Stuhl eines gesunden Spenders in physiologischer Kochsalzlösung aufgelöst, gereinigt und entweder über ein Klistier in den Dickdarm oder über eine nasogastrische Sonde in den Magen des Empfängers gebracht.

Quelle: Wikipedia 

Gute Darmbakterian - schlechte Darmbakterien

Präbiotika und Probiotika



    
    Im Handel gibt es ein reiches Angebot unterschiedlicher probiotischer und präbiotischer Lebensmittel. Dazu gehören in erster Linie Milchprodukte, aber auch z.B. Getränke, Brot, Backwaren und Müslis, Süßwaren, Rohwurst und Säuglingsnahrung. 
Probiotika und Präbiotika wirken auf die menschliche Darmflora im Dickdarm. Sie erzielen dadurch mögliche gesundheitsfördernde Effekte und verbessern das Wohlbefinden.


Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Darmflora

Der Dickdarm ist mit mehr als 400 verschiedenen Bakterienspezies besiedelt, die rund 50 verschiedenen Gattungen zugeordnet werden können. Zahlenmäßig dominieren Bacteroides, Bifidobakterien, Eubakterien, Laktobazillen, Clostridien und bestimmte Kokken.

Die bakterielle Besiedlung des Dickdarms ist ein sehr komplexes Ökosystem, das nicht nur in sich, sondern auch mit dem Mensch in wechselseitigen Beziehungen steht, die bislang erst ansatzweise entdeckt sind.
Der Mensch ist Wirt und "Ernährer" der Darmbakterien. Die Bakterien verhindern die Besiedlung des Darms mit Krankheitserregern (Barrierefunktion) und stimulieren das Immunsystem in der Darmwand. Sie bilden durch den Abbau von Kohlenhydraten kurzkettige Fettsäuren ( Essigsäure, Buttersäure u.a.), die zum einen von den Zellen der Dickdarmwand des Menschen als Energiequelle genutzt werden können und zum anderen den Stoffwechsel der Darmwandzellen anregen und die Darmmotilität stimulieren. Die Dickdarmbakterien können jedoch auch negative Eigenschaften haben, sie können schädliche Stoffe bilden oder selbst pathogen (krankheitserregend) wirken.
Die Einteilung der Bakterien nach günstigen und ungünstigen Eigenschaften ist in vielen Fällen schwierig. Die meisten Bakterien besitzen ein breites Spektrum unterschiedlicher Stoffwechselaktivitäten und innerhalb einer Gattung finden sich Spezies mit abweichenden Eigenschaften. Laktobazillen und Bifidobakterien werden allgemein positiv bewertet: Sie ernähren sich ausschließlich von Kohlenhydraten und geben als Endprodukt deren Abbaus starke Säuren ab. Dadurch senken sie den pH-Wert im Dickdarm und hemmen das Wachstum unerwünschter Bakterien. Sie können - in vitro - antibiotikaähnliche Hemmstoffe gegen Krankheitserreger wie Salmonellen, Shigellen, Camylobacter, Listerien bilden. Bisher wurden weder bei Bifidobakterien noch bei Laktobazillen pathogene Stämme nachgewiesen.

Die Zusammensetzung der individuellen Darmflora ist unter normalen Umständen stabil. Stress, Erkrankungen, Antibiotikatherapie und Ernährungsgewohnheiten können sie verändern. Es liegt nahe, Lebensmittel zu entwickeln, die die Eigenschaften der Darmflora günstig beeinflussen sollen.


Präbiotika - Probiotika - Synbiotika

Probiotika sind genau charakterisierte Mikroorganismen, die in ausreichender Menge lebend und in aktiver Form in den Darm gelangen und dadurch positive gesundheitliche Wirkungen erzielen. Die Besonderheit dieser Bakterien ist, dass sie dem Angriff der Verdauungssäfte, insbesondere Magensäure und Gallensäuren, widerstehen und lebend in den Dickddarm gelangen können. 
Probiotische Bakterien sind überwiegend Laktobazillen und Bifidobakterien. 

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit des jeweiligen Stammes muss sicher nachgewiesen sein. Außerdem müssen Probiotika technologisch geeignet sein: Sie dürfen Geschmack, Aussehen und Konsistenz des Lebensmittels nicht verschlechtern und müssen bis zum Verzehr in ausreichender Menge im Lebensmittel überleben. Letzteres bedeutet, dass bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum noch genug lebende Bakterien in einer verzehrsüblichen Portion des Lebensmittels (z.B. ein Becher Jogurt) enthalten sind, um die gesundheitsfördernde Wirkung zu erzielen, die in klinischen Studien für das Produkt nachgewiesen wurde.
Als Richtgröße gilt > 1 Million lebende Bakterien pro Gramm Lebensmittel (Abweichungen je nach Lebensmittel, Bakterienstamm und angestrebtem Gesundheitseffekt). 

Probiotische Lebensmittel müssen regelmäßig gegessen werden, ansonsten nimmt die Zahl der Bakterien im Dickdarm wieder kontinuierlich ab.

Präbiotika (= Prebiotika) sind Ballaststoffe, also unverdauliche Nahrungsbestandteile. Das Besondere der Präbiotika ist, dass sie nur von bestimmten gesundheitsfördernden Mikroorganismen im Dickdarm (insbesondere Bifidobakterien, auch Laktobazillen) gerne “gegessen” werden. Dadurch wird die spezifische Aktivität und / oder das Wachstum dieser Mikroorganismen stimuliert, woraus wiederum positive Effekte auf den Organismus resultieren können. 
Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich dieser Effekt ab einem täglichen Verzehr von vier bis fünf Gramm Präbiotika einstellt (zusätzlich zu der durch die tägliche Ernährung aufgenommenen Menge). Um den gewünschten Effekt zu erzielen, ist eine Mindestverzehrsdauer von sieben Tagen notwendig. Eine Auslobung, dass ein Lebensmittel einen Beitrag zu einem präbiotischen Effekt leistet oder präbiotische Ballaststoffe enthält, erscheint ab einer Menge von einem Drittel der Tagesdosis in einer Verzehrseinheit (1,5 g) gerechtfertigt, so die Aussage der Arbeitsgruppe "Fragen der Ernährung" der Lebensmittelchemischen Gesellschaft.

Beispiele für Präbiotika sind Inulin und Oligofruktose - kettenförmige Verbindungen aus Fruchtzucker (Fruktooligosaccharide, FOS) , sowie Galaktooligosaccharide, bestehend überwiegend aus Galaktosebausteinen, oder Sojaoligosaccharide, ein Gemisch aus Stachyose und Raffinose. Präbiotika werden von den Darmbakterien zu Säuren (kurzkettige Fettsäuren, Milchsäure) und Gasen (Wasserstoff, Kohlendioxid) abgebaut. Sie verursachen dadurch häufig Blähungen und können in höheren Dosen zu Bauchschmerzen und Durchfällen führen. (Weitere Informationen hier)

Inulin kommt als Speicherkohlenhydrat in vielen Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft vor. Besonders hohe Konzentrationen sind in Topinambur (18 - 35 %), Schwarzwurzel (ca. 13 %) Artischockenherzen (ca. 15 %) und Chicoreewurzel (10 - 16 %) zu finden. Weitere Quellen für FOS sind z.B. Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Spargel oder Roggen.
Die mittlere tägliche Aufnahme von FOS wird für Europa mit 2 -12 g / Tag angegeben.


Synbiotika sind Kombinationen aus Probiotika und Präbiotika. Sie verbinden die positiven Wirkungen von Präbiotika und Probiotika.


Gesundheitsfördende Wirkungen 

Die möglichen gesundheitlichen Wirkungen der Präbiotika und Probiotika müssen differenziert betrachtet werden, denn nur ein Teil der diskutierten Effekte ist wissenschaftlich sicher nachgewiesen. Andere Effekte wurden bisher nur in Tier- oder Modellversuchen bestätigt, so dass sich hieraus lediglich Hinweise auf eine Wirkung beim Menschen ableiten lassen.

Ferner muss bedacht werden, dass auch gesicherte probiotische Wirkungen nur bestimmten Bakterienspezies zugeordnet werden können und nicht allgemein den Probiotika. Sie wirken bei einem bestimmten Prozentsatz der jeweiligen Zielgruppe und nicht bei allen Menschen.


Verbesserung der Darmtätigkeit bei Verstopfung (Obstipation)
Präbiotika erhöhen im Vergleich zu Ballaststoffen aus Getreide oder Obst und Gemüse das Stuhlgewicht nur geringfügig. Sie bewirken jedoch zum Teil einen weichen Stuhl und steigern die Frequenz. Diese Wirkungen können günstig für Personen mit Obstipation sein.
Die Beobachtungen nach Probiotikaverzehr sind widersprüchlich.

Beeinflussung der Darmflora und Unterstützung der Barrierefunktion der Darmwand
Präbiotika fördern insbesondere das Wachstum von Bifidobakterien, allerdings nur solange, wie sie auch gegessen werden. Bei Erwachsenen wirken FOS bifidogen, während die Effekte von Galaktooligosacchariden widersprüchlich sind. Bei Säuglingen wirkt eine Mischung aus Inulin und Galaktooligosacchariden bifidogen. Durch den bifidogenen Effekt ergeben sich mögliche gesundheitsfördernde Wirkungen von Präbiotika.

Probiotika hemmen das Wachstum unerwünschter Keime im Dickdarm auf mehrere Weisen: sie schaffen ein leicht saures Milieu, sie konkurrieren um Nährstoffe, um Nischen oder Bindungsstellen und sie bilden bakterizide Stoffe. 

Geringere Häufigkeit und Dauer verschiedener Durchfallerkrankungen
Gute Erfolge durch Probiotikaverzehr wurden hier vor allem bei Rotavirus-Infektionen (kommen häufig bei Kindern im Krankenhaus vor), bei Reisediarrhöen und bei Durchfällen nach Antibiotikabehandlung oder nach Chemotherapie erzielt.
Teilweise werden Durchfallerkrankungen auch durch den Verzehr von herkömmlichem Jogurt gebessert. 

Förderung der Laktoseverdauung
Jogurt und andere fermentierte Milchprodukte können die Verträglichkeit von Milchzucker verbessern. Dieser Effekt gilt teilweise auch für Probiotika.
Es gibt mehrere Wirkmechanismen.
  • Infolge der Fermentation ist ein Teil des Milchzuckers abgebaut.
  • Die Magen-Darm-Passage fermentierter Milchprodukte dauert länger als die von Milch.
  • Milchsäurebakterien (aus nicht erhitztem Joghurt) gelangen lebend in den Dünndarm, werden hier durch die hohe Gallensäurekonzentration abgetötet und geben das Enzym Laktase an ihre Umgebung ab. Probiotische Bakterien haben eine hohe Gallensäureresistenz und geben entsprechend weniger Laktase frei.
Milchsäurebakterien enthalten das Enzym Laktase in unterschiedlichem Maße, so dass die Verträglichkeit verschiedener fermentierter Milchprodukte getestet werden muss.

Beeinflussung des Immunsystems
Probiotische Bakterien können verschiedene Parameter des Immunsystems stimulieren, so z.B.:
  • die Aktivität von Lymphozyten, Phagozyten, Killerzellen und anderen Zellen der Immunabwehr
  • die Bildung von Antikörpern
  • die Bildung verschiedener Botenstoffe des Immunsystems (Interleukine, Interferone u.a.)
  • bzw. die Immunantwort auf verschiedene Antigene beeinflussen.

Es gibt allerdings bisher keinen sicheren wissenschaftlichen Nachweis für die Stärkung des Immunsystems durch den Verzehr von probiotischen Lebensmitteln, so dass Infektionskrankheiten oder andere Erkrankungen verhindert werden. 
Studien ergaben einzelne Effekte wie
  • weniger Krankhheitstage bei Kindergartenkindern
  • weniger entzündliche Darmerkrankungen bei älteren Menschen
  • Linderung objektiver und subjektiver Symptome bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis)
  • bessere Verträglichkeit der probiotischen Milchprodukte bei Milchallergie

Es gibt erste Hinweise aus tierexperimentellen und klinischen Untersuchungen für den Erfolg probiotischer Lebensmittel bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Weitere Studien sind jedoch notwendig.

Senkung der Konzentration gesundheitsschädlicher und krebsfördernder Stoffe im Dickdarm
Tierexperimentelle und In-vitro Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass Probiotika die Entstehung und den Verlauf von Krebserkrankungen beeinflussen können. Probiotika können beispielsweise die Aktivität von Enzymen hemmen, die bestimmte Stoffe in krebserregende Substanzen umwandeln, auch ein Einfluss auf das Wachstum von Krebszellen konnte gezeigt werden. Durch den Verzehr probiotischer Lebensmittel kann die Konzentration krebserregender oder erbgutschädigender oder sonst schädigender Substanzen im Dickdarm gesenkt werden.

Bisher fehlt jedoch der wissenschaftliche Nachweis, dass Probiotika Krebserkrankungen vorbeugen. Es gibt lediglich Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen von probiotischen Bakterien im Sinne einer Darmkrebsprophylaxe.

Senkung des Cholesterinspiegels und Beeinflussung des Fettstoffwechsels
Es gibt Hinweise auf eine cholesterin- und triglyceridspiegelsenkende Wirkung von Probiotika. Diese Effekte sind für den Menschen bisher nicht schlüssig belegt.

Steigerung der Mineralstoffabsorption und Osteoporoseprävention
Man vermutet, dass mit der Aufnahme von Essigsäure, Milchsäure und anderen kurzkettigen Fettsäuren in die Zellen der Dickdarmwand gleichzeitig auch Kalzium und Magnesium aufgenommen werden - im Austausch gegen Wasserstoffionen.
Einzelne kontrollierte Studien zeigen, dass die Verwertung von Kalzium bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Präbiotika verbessert werden kann, kein Effekt wurde allerdings bei Frauen in den ersten Jahren nach den Wechseljahren festgestellt. Es gibt noch keine Aussagen zu den langfristigen Effekten auf die Knochengesundheit oder Osteoporose.

In der Diskussion ist gleichfalls, dass Probiotika die Aufnahme von Kalzium und Magnesium verbessern können. Der wissenschaftliche Nachweis einer höheren Knochenstabilität und Osteoporoseprävention durch Probiotika steht noch aus.

Ebenfalls werden Wirkmechanismen von Probiotika im Zusammenhang mit der Prophylaxe und Behandlung von
Vaginal- und Harnwegsinfekte
n bei Frauen diskutiert.


Fazit

Milchsäure- und Bifidobakterien gelten allgemein als gesundheitlich unbedenklich. Risiken eine Probiotikaverzehrs wurden bisher nicht beschrieben, auch nicht bei immungeschwächten Menschen oder bei überaktivem Immunsystem.

Lebensmittel mit präbiotischen und probiotischen Eigenschaften haben gesundheitsfördernde Wirkungen. Einzelne sind durch wissenschaftliche Studien für den Menschen nachgewiesen, für viele andere Wirkungen gibt es bislang erst Hinweise und ein sicherer Nachweis steht noch aus.

Unabhängig eines potentiellen Nutzens von Präbiotika und Probiotika, im Vordergrund steht immer die ausgewogene und abwechsungsreiche Ernährung. 



Quellenangaben:
Elisabeth Wisker: Präbiotika: Überblick über die Ergebnisse von Studien am Menschen, in: Ernährungs-Umschau 12/2002, S. 468-474
Michael de Vrese: Probiotika: Was ist gesichert? Was ist in der Diskussion?, in: Ernährungsmedizin in der Praxis, Kapitel 2/3.3.7, November 2002
Heinz F. Hammer, B. Aichbichler: Probiotika und Präbiotika: Grundlagen, Einsatz und Wirkungen beim gesunden und kranken Menschen, in: Journal für Ernährugsmedizin, 2/2003 (im Internet unter: www.kup.at, Zugriff 3/2006)
Arbeitsgruppe "Fragen der Ernährung" der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (Hrsg.): Stellungnahme Fruktooligosaccharide und Inulin, in: Ernährungs-Umschau 10/2003 (im Internet unter: www.gdch.de, Zugriff 3/2006)
Frank M. Unger, H. Viernstein: Probiotika: Regenerierende, prophylaktische und adjuvant-therapeutische Anwendungen, in: Journal für Ernährugsmedizin, 2/2004 (im Internet unter: www.kup.at, Zugriff 3/2006)
Andrea Klein, Gerhard Jahreis: Probiotika und deren modulierende Wirkungen auf das Immunsystem, in: Ernährungs-Umschau 2/2004
Ottmar Leiß: Diätetische Therapie bei Kohlenhydratmalabsortion und Laktoseintoleranz, in: Aktuelle Ernährungsmedizin, 2/2005

Sonntag, 9. August 2015

12.10.15 Berlin - Prostatakrebs - was tun?

Prostatakrebs - was tun?


Zeitpunkt: 12.10.15 - 17:30 bis 19:00 
Referent: Dr. Klopf 
Standort: Vivantes Humboldt-Klinikum

Im Rahmen der Gesundheitsseminare 2015 - "Vorbeugen ist besser als Heilen" lädt das Humboldt-Klinikum alle Bürgerinnen und Bürger zur Veranstaltung "Prostatakrebs - was tun?" ein.
Das Seminar ist unentgeltlich und kann ohne Voranmeldung besucht werden.
Referent:
Herr Dr. Christian Klopf, Prostatazentrum der Klinik für Urologie
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, Fragen mit den Ärzten zu erörtern.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Vivantes Humboldt-Klinikum
1. OG, Raum 3301/Bibliothek
Am Nordgraben 2
13509 Berlin

12.08.2015 Nordhorn - Elterninformationsabend mit Informationsaustausch und Kreißsaalbegehung

Elterninformationsabend mit Informationsaustausch und Kreißsaalbegehung

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe lädt alle werdenden Eltern zum Elterninformationsabend in die EUREGIO-KLINIK ein. Treffpunkt ist der Andachtsraum benachbart zum Eingangsfoyer. 
Es besteht die Gelegenheit zum Informationsaustausch und zur Kreißsaalbegehung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme. 
Ihr Team der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Anbieter: 
EUREGIO-KLINIK Grafschaft Bentheim Holding GmbHAlbert-Schweitzer-Str. 1048527 Nordhorn
Termin: 
Mittwoch, 12. August 2015 - 18:00 bis 20:00
 Kosten: 
0.00 €

Sonntag, 2. August 2015

Brandschutz in Kliniken und Praxen

Wir übernehmen für Sie die Aufgaben des Brandschutzbeauftragten in Ihrem Unternehmen.

Aufgaben:
  • Aufstellen und Fortführen von Brandschutzordnungen sowie die Einhaltung rechtlicher Vorgaben ( z.B. Feuerwehrpläne, Regelungen bei Heißarbeiten)
  • Ausbildung von Mitarbeitern, wie z.B. Brandschutzhelfer, unterwiesene Personen
  • Betreuung von Brandschutzeinrichtungen
  • Überwachung der Benutzbarkeit von Flucht- und Rettungswegen
  • Ermittlung von Brand- und Explosionsgefahren
  • Teilnahme an bzw. Durchführung von Brandschutzbegehungen
  • Gestaltung von Arbeitsverfahren und Einsatz von Arbeitsstoffen
  • Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde, der Feuerwehr und den Feuerversicherern
  • Mitwirkung bei der Planung von Baumaßnahmen
  • Überwachung bei der Beseitigung brandschutztechnischer Mängel
  • Beratung bei der Genehmigung von Heißarbeiten
Vorteile eines externen Brandschutzbeauftragten:
  • Einsparung von hohen Fortbildungskosten
  • Es entsteht vor Ort keine Betriebsblindheit, da nicht jeden Tag der gleiche Mangel gesehen wird
  • Die Objektivität wird nicht beeinflusst
  • Es werden immer die aktuellen Vorschriften beachtet
  • Keine Kosten für Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Fachliteratur
  • Keine Raum- und Materialkosten
  • Kein Zeitaufwand für die Unterrichtsvorbereitung und Ausarbeitung von Unterlagen.
  • Effektive professionelle Abwicklung der Aufgaben
  • Lösungsorientierte Beratung durch aktive Brandschutzingenieure

Sie wünschen weitere Informationen?

Dann rufen Sie uns an: 0209 - 88339422  

ihr Uwe Lehmann 

Mittwoch, 22. Juli 2015

30.07.2015 in Köln: Veranstaltung Infoabend Kinderwunsch

Am 30.07.2015 findet um 18 Uhr die Veranstaltung

" Infoabend Kinderwunsch"

im Zentrum Professor Zech, Aachner Str. 338  in Köln statt.

Inhalte:

.....Biologische Grundlagen der Fortplanzung
..........Abklärung der ungewollten Kinderlosigkeit
...............Therapieformen in der modernen Kinderwunsch - Medizin


Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Telefon: 0221 - 96988000

Internet:
www.kinderwunsch-ivf-koeln.de
office@kinderwunsch-ivf-koeln.de

Dienstag, 21. Juli 2015

21.07.2015 Informationsabend für werdende Eltern in Berlin - Spandau

Am Dienstag, den 21. Juli 2015 um 20:00 Uhr findet unser Informationsabend für werdende Eltern mit Hebammen, Ärzten, Kinderärzten und Krankenschwestern im Patientenzentrum statt. Eine Anmeldung zu diesem Informationsabend ist nicht erforderlich.
Bei eventuellen Rückfragen können Sie sich unter 030 3702-1270 oder 030 3702-2202 gerne an uns wenden.
Es gibt 12 weitere Veranstaltungen im Patientenzentrum des Evangelischen Waldkrankenhauses Spandau:

25.07.2015 Arzt-Patienten-Seminar Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Arzt-Patienten-Seminar




Zeit: 25.07.201509:00-13:00 Uhr
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Zuständig
Landesverband Bayern
Veranstaltungsstätte
Meistersingerhalle, Kleiner Saal
Münchener Str. 21
90478 Nürnberg
Weitere Informationen
Anmeldung erbeten bis 15.07.2015 an:
DCCV-Landesverband Bayern
Michael Reiß, Email: mreiss@dccv.de

Darmspiegelung: Ärztin lästert während Untersuchung – Patient narkotisiert, aber Handy auf Aufnahme gestellt

Beleidigung

Ärztin lästert während Untersuchung – Patient narkotisiert, aber Handy auf Aufnahme gestellt

Schadenersatz wegen Beleidigungen während Darmspiegelung
Menschen lästern gerne übereinander. Ärzte sind da keine Ausnahme. In der Regel geschieht dies in Abwesenheit des Lästeropfers. Eine Ärztin in Virginia (USA) lästerte nun anlässlich einer Darmspiegelung über einen Patienten. Dieser befand sich wegen der Untersuchung zwar in Narkose, jedoch hatte er sein Smartphone auf Aufnahme gestellt. Und was er zu hören bekam, als er sich die Aufnahme später anhörte, hatte es in sich.
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Die Ärztin spottete vor dem Operationsteam, dass sie dem Patienten während des Vorgesprächs nach fünf Minuten ins Gesicht habe schlagen wollen. Ihre Assistentin warnte sie davor, einen Hautausschlag zu berühren, da sie sonst Syphilis oder ähnliches am Arm bekommen könnte. Dies ergänzte sie mit den Worten: „Es ist wahrscheinlich Tuberkulose amPenis, also wird dir nichts passieren.“ Ferner bezeichnete sie den Patienten als Vollidioten und kündigte an, einen falschen Befund über „Hämorrhoiden“ in der Krankenakte zu vermerken.
500.000 Dollar Schadenersatz
Mit dem gespeicherten Gespräch auf dem Smartphone erhob der beleidigte Patient Klageund verlangte 1,75 Millionen Dollar Schadenersatz. Das Geschworenengericht sprach ihm 500.000 Dollar zu wegen Beleidigung sowie wegen des ärztlichen Behandlungsfehlers.
Punitive Damages: Strafzahlungen im amerikanischen Recht
Davon sind allerdings 200.000 Dollar „punitive damages“ (Entschädigung mit Strafcharakter). Dabei handelt es sich um eine spezielle Form des zusätzlichen Schadenersatzes im US-amerikanischen Recht, das u.a. der Abschreckung dient und eine Wiederholung der Tat verhindern soll. Im deutschen Recht sind solche Strafzahlungen nicht vorgesehen. Schadenersatz und Schmerzensgeld für Beleidigungen und auch ärztlicheBehandlungsfehler liegen weit unterhalb der Beträge, die in amerikanischen Fällen erzielt werden können.

Donnerstag, 9. Juli 2015

Höxter: Gründung Selbsthilfegruppe Darmkrebs

Höxter: Gründung Selbsthilfegruppe Darmkrebs


Höxter (ozm) - Das Selbsthilfebüro Höxter unterstützt die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Darmkrebs-Betroffene. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist hier ebenso möglich wie fachspezifische Impulse durch Ärzte und Referenten.
Das erste Treffen der Gruppe findet nach den Sommerferien statt.
Interessierte können im Selbsthilfebüro des Paritätischen in Höxter weitere Informationen erhalten unter Tel. 05271-6 94 10 45 (montags 14 bis 17 sowie mittwochs 9.30 bis 12.30 Uhr) oder unter selbsthilfe-hoexter@paritaet-nrw.org.

Dienstag, 9. Juni 2015

News: Koloskopierate im Facharztvertrag höher

 

Presseschau: Für Sie gelesen:
    
"Darm-Check"

STUTTGART. Die Partner der Facharztverträge in Baden-Württemberg melden positive Effekte durch die gezielte Ansprache von Versicherten bei der Früherkennung.

Im Rahmen des Facharztvertrags Gastroenterologie unterstützt die Kampagne "Darm-Check" die teilnehmenden Ärzte durch Einladungsschreiben an Versicherte sowie weiteres Informationsmaterial für die Aufklärung der Patienten.
Die Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopie in der Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen, die durch die Kasse angeschrieben wurden, habe im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2013 bei 4,0 Prozent gelegen - 2,6 Prozent waren es demgegenüber in der Regelversorgung. Das teilten AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK und der Medi-Verbund mit.
Spätestens ab 2017 sei ein Einladungsverfahren für die Früherkennung durch die Vorsorgekoloskopie gesetzlich vorgeschrieben.
Im Facharztvertrag Gastroenterologie werde dies bereits seit 2011 auf freiwilliger Basis umgesetzt. Im Rahmen der Aktion "Darm-Check" wurden nach Angaben der Vertragspartner mehr als 150.000 Briefe verschickt.
Initiatoren seien neben den drei Vertragspartnern auch der Hausärzteverband Baden-Württemberg sowie der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) und der Bundesverband niedergelassener fachärztlich tätiger Internisten (BNFI). (eb)

Quelle / Volltext:  http://www.aerztezeitung.de/

Hoffnung ?

MOLOGEN AG präsentiert Poster auf ASCO-Jahrestagung

Das Biotechnologie-Unternehmen MOLOGEN AG präsentiert ein Poster zur klinischen Phase-II-Studie “IMPACT” mit der Krebsimmuntherapie MGN1703 auf der 51. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago (29.05. – 02.06. 2015). Das Poster wird insbesondere aktualisierte Daten einer Patienten-Subgruppe mit langanhaltendem, progressionsfreiem Überleben (PFS) aus der Darmkrebs-Studie IMPACT zeigen.
Laut neuesten Auswertungen im April 2015 liegt das PFS bei diesen Patienten zwischen 44 und 51 Monaten. Aus der IMPACT-Studie ging hervor, dass Patienten, die auf die Induktionstherapie ansprechen, am stärksten von einer Behandlung mit MGN1703 profitieren könnten. Das Studiendesign der derzeit laufenden Zulassungsstudie IMPALA basiert auf diesen Erkenntnissen.
Die Poster-Präsentation wird am 30. Mai von 08:00 – 11:30 Uhr im Rahmen der General Poster Session „Developmental Therapeutics-Immunotherapy” stattfinden.
Details zum Abstract:
Nummer: 3049.
Titel: “A subgroup with improved overall survival from the phase II IMPACT study: Maintenance therapy of metastatic colorectal cancer patients with the TLR-9 agonist MGN1703”
Abstract Session: 30. Mai 2015 von 8:00 – 11:30 Uhr
Weitere Informationen ASCO Jahrestagung finden Sie unter: 
Weitere Informationen zu den Studien IMPACT und IMPALA finden Sie im Internet unter www.clinicaltrials.gov.
IMPACT-Studie
IMPACT (Immunomodulatory MGN1703 in Patients with Advanced Colorectal Carcinoma with Disease Control after Initial First-line Therapy) war eine randomisierte, Placebo-kontrollierte, doppelt verblindete , multizentrische klinische Studie der Phase II, deren Ziel die Untersuchung der Wirksamkeit von MGN1703 als sogenannte „Switch Maintenance“-Therapie nach Erstlinientherapie (Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab) bei Patienten mit metastasiertem Darmkrebs war. 
Patienten, die in die IMPACT-Studie aufgenommen wurden, erhielten zuvor eine 4,5 bis 6 monatige Erstlinientherapie, auf die sie mit einer Stabilisierung ihrer Erkrankung oder einer teilweisen oder vollständigen Remission reagiert haben. Die Patienten wurden zweimal pro Woche mit MGN1703 behandelt. Im Kontrollarm haben die Patienten ein Placebo erhalten. Die Behandlung wurde bis zur erneuten Tumorprogression fortgeführt. 
Das primäre Studienziel war die Ermittlung des progressionsfreien Überlebens der Patienten. Sekundäre Studienziele waren unter anderem das Gesamtüberleben, das progressionsfreie Überleben ab Start der Erstlinientherapie, die Ansprechraten und die Sicherheit, sowie die Erhebung immunologischer und pharmakodynamischer Parameter. 
MGN1703
MGN1703 ist ein von MOLOGEN entwickelter, innovativer DNA-basierter TLR9-Agonist, der das Immunsystem umfassend aktiviert. Diese Aktivierung kann genutzt werden, um das Immunsystem in die Lage zu versetzen, Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen. Auf Grund dieses Wirkmechanismus ist MGN1703 in verschiedenen Krebsindikationen einsetzbar.
MOLOGEN AG
Die MOLOGEN AG ist ein Biotechnologie-Unternehmen, das Krebsimmuntherapien und DNA-Vakzine gegen Infektionskrankheiten erforscht und klinisch entwickelt. 
Die Krebsimmuntherapie MGN1703 ist das Hauptprodukt des Unternehmens und der “Best-in-Class” TLR9-Agonist. MGN1703 wird zurzeit für die Erstlinien-Erhaltungstherapie bei Darmkrebs (Zulassungsstudie) und kleinzelligem Lungenkrebs (randomisierte kontrollierte Studie) entwickelt. Daneben befindet sich MGN1601, eine therapeutische Impfung gegen Nierenkrebs, in der klinischen Entwicklung und hat bereits eine klinische Studie der Phase I/II erfolgreich abgeschlossen. 
Mit einzigartigen, patentierten Technologien und innovativen Produkten gehört MOLOGEN zu den Wegbereitern für Immuntherapien. 
Die MOLOGEN AG ist börsennotiert und hat ihren Sitz in Berlin. Die Aktie (ISIN DE0006637200) notiert im Prime Standard der Deutschen Börse.
www.mologen.com 
Verbandszugehörigkeiten:
Biotechnologieverbund Berlin-Brandenburg (bbb) e.V. | BIO Deutschland e.V.  |  DECHEMA - Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.  |  Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB)  |  Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.  |  Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen (VBU)  |  Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)  |  Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI)
MIDGE®, dSLIM®, EnanDIM® und MOLOGEN® sind eingetragene Marken der MOLOGEN AG.
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