Samstag, 10. Januar 2015

Diagnose Darmkrebs: Wenn ihr das hier lest, bin ich nicht mehr da

harlotte schrieb seit 2013 als Gastautorin für die Huffington Post UK. Am Dienstag, 16. September, hat sie den Kampf gegen den Darmkrebs verloren. Sie schrieb einen letzten Beitrag, den wir nach ihrem Tod mit den Lesern teilen sollten. Wir fühlen uns geehrt, ihn hier zu veröffentlichen.
Ich war immer ein sehr gut organisierter Mensch. Ich mag Listen, To-Dos und Ziele. Ich bin gut darin, Dinge anzufangen, aber ehrlicherweise langweile ich mich auch schnell und verliere das Interesse, wenn die erste Aufregung abgeklungen ist.
Mein Krebs hat mich nicht gelangweilt. Ich konnte ihn nicht einfach aufgeben, weil ich an einem Tag gerade keine Lust darauf hatte. Es gibt keinen Schalter, den ich von einem Tag auf den anderen umlegen kann. Zumindest nicht für mich.
Seit meinem ersten Tag als Krebspatientin ging ich zu jedem Test, jeder Untersuchung und jedem Termin. Ich habe jede Behandlung ausprobiert, dir mir angeboten wurde. Standard-Therapien der Medizin. Hüttenkäse mit Öl. Akupuktur. Grünkohlsaft.
Der Krebs hat unser Leben übernommen. Ferien, Friseurtermine und Flugstunden planten wir je nachdem, ob das Wochenende nach der Chemo gut oder schlecht lief. Danny und Lu waren unabsichtlich Zuschauer, unschuldig.
Sie wuchsen behütet auf, sie mussten aber auch nach meinem strengen Zeitplan leben. Anders kennen sie es nicht und ich hoffe, dass sie trotzdem zu wohlgerundeten, geliebten und liebevoll gehüteten Kindern geworden sind.
Nun mussten wir ihnen sagen, wovor wir sie beschützt haben. Nach meinem Geburtstag fing ich an mich "unwohl" zu fühlen. Wir gingen ins Krankenhaus und ließen die üblichen Test machen.
Leider war das Ergebnis nichts weniger als niederschmetternd, als wir es mit einer neuen MRT-Aufnahme ergänzten.
Wir hatten nicht länger einen Monat-für-Monat-Zeitplan mit ein paar Monaten Puffer am Ende. Ich hatte nur noch Tage, vielleicht ein paar Wochen zu leben.
Eigentlich hätte ich das Krankenhaus nicht mehr verlassen sollen, aber wir schafften es, im letzten Moment nach Hause zurückzukehren, damit ich das bisschen Zeit, das mir blieb, mit meinen geliebten Kindern und meinem liebevollen Ehemann verbringen konnte.
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich gerade auf dem Sofa, relativ schmerzfrei. Ich bin mit meinen kleinen Projekten beschäftigt, zum Beispiel meine Beerdigung organisieren und mein Auto verkaufen. Wir wachen jeden Morgen auf, dankbar, dass ich kuscheln kann und meine Babys küssen darf.
Wenn ihr das hier lesen, bin ich nicht mehr da. Rich wird versuchen, einen Fuß vor den anderen zu setzen, irgendwie zurechtzukommen, einen Tag nach dem anderen. Er weiß, dass ich nicht länger neben ihm aufwachen werde.
Er wird mich in seinen Träumen sehen aber im grellen Morgenlicht wird das Bett leer sein. Er wird zwei Tassen aus dem Schrank nehmen und dann merken, dass er nur einen Kaffee einschenken wird.
Lucy wird jemanden brauchen, der ihr die Schachtel mir ihren Haargummis gibt, aber es wird niemand da sein, der ihr Haar flechtet. Danny wird einen seiner Lego-Polizisten verlieren, aber niemand wird genau wissen, welcher es ist und wo er suchen muss.
Ihr werdet nach einem neuen Beitrag auf meinem Blog Ausschau halten. Es wird keinen geben, das hier ist das letzte Kapitel.
Und so werde ich ein klaffendes, ungerechtes, grausames und sinnloses Loch hinterlassen, nicht nur in der Halliford Road. Auch im Zuhause, in den Gedanken und Erinnerungen der anderen Menschen, die mir nahe stehen. Freunde, Verwandte.
Das tut mir leid. Ich wäre so gerne noch bei euch, würde mit euch lachen und mein neues, seltsames Wunderessen essen, meine unnötigen Weisheiten mit euch teilen.
Es ist noch so viel Leben übrig, das ich gern leben würde, aber das geht jetzt nicht mehr. Ich will für meine Freunde da sein, wenn sie sich weiterentwickeln. Meinen Kindern dabei zusehen, wie sie erwachsen werden. Ich würde gern mit Rich alt und griesgrämig werden. Alle diese Dinge bleiben mir verwehrt.
Aber sie bleiben euch nicht verwehrt. Bitte, bitte genießt euer Leben in meiner Abwesenheit. Nehmt es in beide Hände, haltet es fest, schüttelt es und glaubt jede Sekunde daran. Vergöttert eure Kinder. Ihr habt keine Ahnung, wie gesegnet ihr seid, weil ihr sie morgens anschreien dürft, damit sie sich endlich die Zähne putzen.
Umarmt den Menschen, den ihr liebt und wenn er eure Umarmung nicht erwidern kann, findet jemanden, der es tut. Jeder verdient es, zu lieben und geliebt zu werden. Gebt euch nicht mit weniger zufrieden.
Findet eine Arbeit, die ihr gern macht aber werdet nicht ihr Sklave. Auf eurem Grabstein wird am Ende nicht stehen: "Ich wünschte, ich hätte mehr gearbeitet." Tanzt, lacht und esst mit euren Freunden.
Wahre, ehrliche Freundschaften sind ein Segen und eine Wahl, die wir treffen können, nicht bloß jemand, gegenüber dem wir zu Loyalität verpflichtet sind, weil wir durch Blut verbunden sind. Wählt weise und schenkt euren Freunden alle Liebe, die ihr aufbringen könnt.
Umgebt euch mit schönen Dingen. Das Leben hat viele graue und traurige Momente - sucht also nach dem Regenbogen und rahmt ihn euch ein. In allem steckt Schönheit, manchmal muss man nur genauer hinsehen, um sie zu entdecken.
Das war's von mir. Ich danke euch für die Liebe und Güte, die ihr mir auf eure Arten in den letzten 36 Jahren gezeigt habt. Von den fiesen Zicken auf dem Spielfeld, die mich in die Brennnesseln geschubst haben, als ich sechs war. Bis hin zu den verwitweten Männern, die mir in der letzten Woche erzählt haben, was ihre sterbenden Frauen getan haben, um ihre Kinder und alle anderen vorzubereiten. Ihr alle habt mir auf eure Art ein wenig geholfen, zu dem Menschen zu werden, der ich bin.
Bitte schenkt eure Liebe für mich nun Rich, meinen Kindern, meiner Familie und meinen engen Freunden. Und wenn ihr heute Nacht eure Vorhänge zuzieht, haltet Ausschau nach einem Stern. Das werde ich sein, wie ich runterschaue, eine Pina Colada schlürfe und eine Schachtel mit (sehr teurer) Schokolade genieße.
Gute Nacht, lebt wohl, möge Gott euch segnen.
Charley xx

Quelle / Volltext:  http://www.huffingtonpost.de/charlotte-kitley/diagnose-darmkrebs_b_5867616.html

Rapsöl bei Übergewicht gesünder als Olivenöl

Im Vergleich zu Olivenöl wirkt sich Rapsöl günstig auf die Leber- und Cholesterinwerte von übergewichtigen Männern aus. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung.

 Dabei ähnelten die positiven Effekte des heimischen Öls denen von körperlicher Bewegung. Olivenöl gilt als besonders gesundes Pflanzenöl, das sich als Teil einer ausgewogenen Diät auch für Übergewichtige eignet. Doch es gibt noch eine bessere Alternative: Rapsöl. Wie eine Pilotstudie unter Leitung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) zeigt, verbessert der tägliche Konsum von 50 Gramm Rapsöl im Vergleich zu Olivenöl in einem Untersuchungszeitraum von vier Wochen den Cholesterinspiegel sowie die Leberwerte übergewichtiger Männer.

Quelle / Volltext : http://www.morgenpost.de/web-wissen/fit-in-berlin/article136152857/Rapsoel-bei-Uebergewicht-gesuender-als-Olivenoel.html

Längeres Leben: Mediterrane Kost verändert Chromosomen


Keine andere Ernährungsweise gilt als so gesund wie die mediterrane Küche. Nun hat eine amerikanische Studie den Grund dafür gefunden: Gemüse, Nüsse und Fisch verlängern die äußersten Enden der Chromosomen – und das ist lebensverlängernd. Diese Schutzkappen, Telemore genannt, erhalten die Stabilität der Chromosomenstruktur, verkürzen sich aber mit zunehmendem Alter. Kurze Telomere verringern nicht nur die Lebensdauer, sondern erhöhen auch das Risiko für Alterskrankheiten. Wie schnell die Telomere an Länge verlieren, lässt sich zum Teil durch den Lebensstil beeinflussen.
- Anzeige -
Die Auswertung der Langzeitstudie “Nurses’ Health Study” mit 121.700 Krankschwestern in den USA ergab, dass Mediterrane Kost mit der Telomeren-Länge unmittelbar zusammen hängt. Dass regelmäßige Ernährung mit Gemüse, Früchten, Getreide in möglichst naturbelassenem Zustand, Nüssen, Olivenöl, Fisch und mäßigem Alkoholkonsum mit geringerer Gesamtsterblichkeit, längerer Lebensdauer und weniger chronischen, insbesondere kardiovaskulären Erkrankungen einhergeht, wurde schon vielfach demonstriert. Jetzt wird eine physiologische Erklärung dafür geliefert.
“Früchte, Gemüse und Nüsse, Kernkomponenten der Mediterranen Kost wirken antioxidativ und antiinflammatorisch. Beide Prozesse beeinflussen die Telomeren-Länge. Chronischer Stress, beeinflusst vom Serotonin- und Dopaminhaushalt verkürzt die Telomere. und moderate Lebensstilveränderungen können zu Telomerenverlängerungen führen”, kommentiert Professor Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, Bochum.
Quelle: Medical Press

Was bei Müdigkeit gegen Krebs hilft

Holsterhausen. Krebskranke fühlen sich oft schlapp, angespannt oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Sie leiden dann unter Umständen an dem Fatigue-Syndrom. Dieses macht sich durch eine extreme Müdigkeit bemerkbar, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Die Uni-Frauenklinik Essen möchte Betroffenen helfen und bietet ab Dienstag, 20. Januar, 17 Uhr, ein weiteres Schulungsprogramm an. Es besteht aus sechs Treffen à 90 Minuten. Die Teilnehmer bekommen dabei Tipps und Anregungen, wie man sich den Alltag trotz des Fatigue-Syndroms erleichtern kann.


Experten geben Tipps
Das Schulungsprogramm wird von einem Expertenteam angeboten. Mit dabei sind Sibylle Marcin, Pädagogin mit Weiterbildung in der Psychoonkologie, Dr. Oliver Hoffmann, leitender Oberarzt des Uni-Brustzentrums, und Per Teigelack, Arzt am Klinikum des Landschaftsverbandes Rheinland für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Anmeldungen und auch weitere Vorabinformationen zum Schulungsprogramm gibt es direkt im Brustzentrum unter  723 2346. Die Teilnahmegebühr in Höhe von 90 Euro kann möglicherweise von den Krankenkassen übernommen werden.

Was gegen Müdigkeit bei Krebs hilft - | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/essen/was-gegen-muedigkeit-bei-krebs-hilft-aimp-id10221056.html#plx2062707142



Quelle / Volltext: www.derwesten.de/staedte/essen/was-gegen-muedigkeit-bei-krebs-hilft-aimp-id10221056.html

Donnerstag, 1. Januar 2015

Gut gestylt durch die Chemotherapie


Das Projekt "Headdress" – eine Erfindung eines Linzer Mediziners und eines Friseurs – unterstützt Frauen, wenn sie während der Therapie die Haare verlieren.



Die Diagnose Krebs trifft jährlich rund 38.000 Menschen in Österreich meist wie ein Keulenschlag. Neben der nackten Angst um ihr Überleben machen sich viele Betroffene große Sorgen um die Nebenwirkungen der Chemotherapie. "Werden mir nun alle Haare ausfallen, ist sicher eine der häufigsten Fragen, die insbesondere Frauen stellen", sagt Primar Peter Oppelt, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Landesfrauen- und Kinderklinik.
Gemeinsam mit dem Linzer Coiffeur Peter Fuchs hat Oppelt ein ganz spezielles Projekt ins Leben gerufen, das unter dem Motto: "Headdress – Lifestyle während der Chemo" seit zwei Monaten läuft. "Ich habe in der eigenen Verwandtschaft, aber auch im Freundeskreis bereits erlebt, dass jemand die Diagnose Krebs bekam. Als Friseur hab’ ich immer geholfen, wo ich konnte, und mich bemüht, beim Thema Haare ein einfühlsamer Begleiter in dieser schwierigen Zeit zu sein."

Kopfschmuck-Modelle

Seine privaten Erfahrungen bringt Fuchs beim Projekt "Headdress" mit ein. Er hat Perücken eines Herstellers im Programm, die täuschend echt aussehen und sich bei Körpertemperatur an die Kopfhaut schmiegen und nicht jucken. "Auch die bekannte TV-Moderatorin Sylvie van der Vaart hat vor Jahren während ihrer Brustkrebserkrankung eine Perücke dieser Art getragen, die nicht mehr als 40 Gramm wiegt", sagt Fuchs. Ein derartiges "Kopfschmuck-Modell" ist schon ab 300 Euro zu haben, einen Teil davon übernimmt die Krankenkasse.
"Die Patientinnen kommen idealerweise möglichst bald nach der Diagnose zur Beratung; also noch bevor die Haare ausfallen", sagt Fuchs. Die Frisur wird dann eventuell umgestylt beziehungsweise gekürzt und eine passende Perücke ausgesucht. "Viele Frauen wollen, dass man ihnen möglichst keine Veränderung ansieht, weil sie Kinder haben und/oder im Berufsleben stehen. Gerade für Kinder ist die äußerliche Veränderung der Mama oft sehr schwer zu verkraften", weiß Fuchs aus Erfahrung.
"Der Schock, dass man jetzt eine Glatze bekommt, ist trotzdem groß, aber nicht ganz so erschreckend, wenn man darauf professionell vorbereitet ist und die passende Perücke sofort zur Verfügung hat", sagt Fuchs, der das "Umstyling" in der Powder Puff Styling Suite in Linz in sehr intimer Atmosphäre durchführt. "Ich will die Damen nicht verkleiden, sondern ihre Persönlichkeit festhalten. Es geht um die natürliche Optik. Wenn man sich in seiner Haut wohlfühlt, strahlt man das auch aus." Dazu gehören daher auch die Einschulung im Anbringen von Ersatzwimpern und Echthaar-Augenbrauen.
Der 1. Linzer Patientinnen-Krebskongress findet am Samstag, 31. Jänner, von 9 bis 17 Uhr im Ausbildungszentrum der Landesfrauen- und Kinderklinik Linz statt.

San Antonio Breast Cancer Symposium 2015: EndoPredict auch nach neoadjuvanter Chemotherapie prognostisch und gängigen Markern überlegen

Nicht für alle Brustkrebs-Patientinnen, deren Tumor nach einer neoadjuvanten Chemotherapie noch nachweisbar ist, ist dies mit einer verschlechterten Prognose verknüpft. Mithilfe des Genexpressionstests EndoPredict(R) können diese Patientinnen in zwei Risikogruppen eingeteilt werden: Die mit einem hohen Rückfallrisiko und die mit einem niedrigen Rückfallrisiko. In einem Vergleich im Rahmen der GeparTrio-Studie der German Breast Group (GBG) war der EndoPredict-Hybrid-Score EPclin dem sonst für klinische Studien relevanten CPS-EG-Score klar überlegen. Die Ergebnisse wurden nun auf dem diesjährigen San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellt.
"Relevant ist die Prognose nach einer erfolgten Chemotherapie bei der Frage, welche Patientinnen mit einer chemo-endokrinen Therapie optimal behandelt sind und für welche Fälle die Anwendung neuer Wirkstoffe besonders angezeigt ist", erklärt Prof. Dr. Sibylle Loibl, Co-Chair der German Breast Group. "Insbesondere diesen Frauen sollte die Teilnahme an ,post-neoadjuvanten' Studien angeboten werden."
Zurzeit ist es üblich, die Fälle nach dem sogenannten CPS-EG Stagingsystem zu bewerten. Dieses kombiniert das klinische Tumorstadium vor der neoadjuvanten Therapie (CS), das pathologische Tumorstadium nach der neoadjuvanten Behandlung (PS), das Grading (G) und den Östrogen-Rezeptorstatus (E). Ein direkter Vergleich von CPS-EG und dem aus molekularem EndoPredict-Wert, Nodalstatus und Tumorgröße bestehenden EPclin zeigte, dass nur der EPclin signifikant mit einem schlechteren krankheitsfreien Überleben verknüpft war. Gleiches gilt für das Gesamtüberleben.
Analysiert wurden Tumorproben von Patientinnen, die im Rahmen der GeparTrio-Studie mit einer neoadjuvanten Chemotherapie (TAC oder TAC-NX) behandelt wurden. Berücksichtigt wurden nur Hormonrezeptor-positive und HER2/neu-negative Tumorproben. Der EndoPredict-Test wurde in Anschluss an die Chemotherapie am Operations-Resektat durchgeführt.
Die Sividon Diagnostics GmbH wurde im Juli 2010 als Management Buy-Out der Firma Siemens Healthcare Diagnostics Products am Standort Köln gegründet. Unternehmensziel ist es, die Qualität der therapiebegleitenden Diagnostik in der Onkologie nachhaltig zu steigern. Seit 2011 ist mit dem EndoPredict(R) der erste diagnostische Test aus dem Hause Sividon verfügbar. Der Brustkrebs-Prognosetest hilft bei der Entscheidung, für welche Patientin eine Chemotherapie angezeigt ist. Weitere Informationen finden Sie unter www.sividon.com oder www.endopredict.com.
Ende der Pressemitteilung

Emittent/Herausgeber: Sividon Diagnostics GmbH Schlagwort(e): Gesundheit
12.12.2014 Veröffentlichung einer Pressemitteilung, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.
Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. Medienarchiv unter http://www.dgap-medientreff.de und http://www.dgap.de

Krebspatienten testen Chemotherapie an Mäusen

Mäuse-Avatare bringen neue Hoffnung bei Krebs 

In den USA haben Krebspatienten die Möglichkeit, ihre Chemotherapie im Vorfeld an so genannten „Mäuse-Avataren“ zu testen. Dadurch erhoffen sich viele der Betroffenen neue Behandlungsmöglichkeiten und eine Vermeidung von unnötigen körperlichen Belastungen und unwirksamen Medikamenten. Doch die Methode ist sehr teuer und garantiert keinen Erfolg. Daher raten Experten im Normalfall nach wie vor zur Standard-Therapie.
Patienten hoffen auf mehr Kontrolle über den eigenen Körper Ein neuer Trend aus den USA macht derzeit Krebspatienten Hoffnung, zukünftig mehr Kontrolle über den eigenen Körper zurückzuerlangen. Wie der US-amerikanische Nachrichtensender News9.com berichtet, bestehe in den Vereinigten Staaten nun offenbar die Möglichkeit, die eigene Chemotherapie im Vorfeld an Mäusen testen. Was auf den ersten Blick wie eine Idee aus einem Sciencefiction-Film anmutet, könnte möglicherweise aber tatsächlich dazu beitragen, die Therapie von Krebs zu verbessern und unnötige körperliche Strapazen zu vermieden.

 Kosten von mehr als $10.000 müssen selbst getragen werden Wie der Sender weiter berichtet, müssten die Kosten für die Tests in Höhe von $10.000 (umgerechnet etwa 8.000 Euro) oder mehr jedoch von den Patienten selbst übernommen werden, da die Versicherungen hierfür nicht aufkommen würden. Nichts desto trotz hätten sich in den letzten Monaten hunderte Menschen ihre eigenen „Maus-Avatare“ geschaffen, um die Krebsbehandlung zu testen. „Was ich tue, ist eine personalisierte Krebsbehandlung. Das ist der Trend der Zukunft“, so Eileen Youtie aus Miami gegenüber dem Sender. Youtie nutze Mäuse, um die Therapie ihres schwer zu behandelndes Brustkrebses besser steuern zu können: „Teil davon ist zu versuchen, diejenigen Chemos ausschließen zu können, die bei mir nicht helfen. Ich möchte keine Zeit damit verschwenden, diese zu nutzen und meinen Körper damit zu vergiften“, so Youtie weiter.

Tests garantieren keinen Erfolg Zentrale Idee der Maus-Experimente sei demnach, herauszufinden, welche Therapie im Einzelfall am besten wirke und welche die geringsten Nebenwirkungen habe. Doch eine Erfolgsgarantie gäbe es trotz des hohen Preises laut Dr. Len Lichtenfeld von der American Cancer Society nicht. Stattdessen gäbe es nicht ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse, um sagen zu können, wie gut die neue Methode funktioniere – daher solle diese dem Experten nach auch als „hoch-experimentell“ betrachtet werden, berichtet News9.com weiter.

Im Normalfall sollten Patienten weiter auf Standard-Behandlung setzen In diesem Zusammenhang empfehlen Experten vielen Betroffenen weiterhin eine klassische Krebstherapie: „Ich sehe, dass die Methode vielversprechend ist, aber sie ist sehr zeitaufwändig und sehr teuer. Für den durchschnittlichen Patienten wird daher die Standard-Behandlung weiterhin der richtige Weg sein", sagte die Krebsforscherin Alana Welm gegenüber dem Sender. Die Wissenschaftlerin von der Oklahoma Medical Research Foundation hatte erst kürzlich im Rahmen eines Brustkrebs-Symposiums in San Antonio einen Vortrag über Maus Avatare gehalten. Dennoch würden viele Betroffene neue Hoffnung in die Mäuse setzen und daher drei bis fünf Medikamente für einen Preis von 10.000 bis 12.000 US-Dollar testen lassen, so die medizinische Leiterin von „Champions Oncology“, Dr. Angela Davies.

In einigen Fällen konnte bereits Leben gerettet werden In einigen Fällen hätten die Untersuchungen jedoch bereits tatsächlich Leben retten können. Zum Beispiel bei Yaron Panov, einem 59-jährigen Patienten aus Toronto, bei dem vier Jahre zuvor ein seltener bösartiger Tumor des Weichteilgewebes (Liposarkom) diagnostiziert worden war. Wie News9.com schreibt, hätten bei ihm die Tests gezeigt, dass das bislang verschriebene Medikament nicht helfen könne – ein Mittel gegen Darmkrebs hingegen aber möglicherweise schon. „Es hatte bei den Mäusen gewirkt, daher wusste ich, dass es auch bei mir wirken würde“, so Panov gegenüber dem Sender. Sein Krebs befinde sich seit dem in Remission. (nr)

Quelle / Volltext:  http://www.heilpraxisnet.de

Chemotherapie aus dem Reisfeld Lebensgemeinschaft aus Pilz und Bakterium produziert hochwirksames Zellgift

Jena. Symbiose – mit diesem Fachausdruck bezeichnen Biologen eine Lebensgemeinschaft zweier Organismen, die beiden Seiten Vorteile bringt. Im Fall des Pilzes Rhizopus microsporus und des Bakteriums Burkholderia rhizoxinica könnte es allerdings bald noch einen dritten Nutznießer der Verbindung geben: den Menschen. Das Duo aus Pilz und Bakterium produziert eine Substanz, die im Labor und im Tierversuch gegen Tumorzellen wirkt, haben Biologen des Leibniz-Instituts für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie in Jena herausgefunden.

Das ungleiche Paar, das vor allem in Reisplantagen vorkommt, gibt als Stoffwechselprodukt die Substanz Rhizoxin ab, einen Giftstoff, der bei Reispflanzen die Zellteilung blockiert und auch in der Lage ist, Krebszellen zu töten, so das Institut. Der Pilz benötigt das Bakterium für seine Fortpflanzung, dem Bakterium verschafft der Pilz wiederum optimale Bedingungen fürs Zusammenleben. Mit speziellen Enzymen heftet sich das Bakterium an die Zellwand des Pilzes und weicht diese gerade so weit auf, dass es eindringen kann – eine bisher noch niemals beobachtete Technik, so das Institut.

Quelle / Volltext http://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/internet/art371089,5569710

Seltene Tumore effektiv behandeln

Hierzulande erkranken etwa 100 000 Menschen jährlich an Tumoren im Magen- Darm-Bereich. Nur zwei Prozent davon erhalten die Diagnose GIST, kurz für Gastrointestinale Stromatumoren. Das Tückische: Diese sehr seltene Krebserkrankung bleibt in frühen Stadien oft unbemerkt, die Bindegewebstumoren entwickeln sich schleichend. Bei der Hälfte der Patienten haben sich bereits Metastasen gebildet, wenn die Erkrankung diagnostiziert wird. Ihre Lebenserwartung liegt meist unter drei Jahren. Bislang wird die Erkrankung mit Tyrosinkinase-Hemmern behandelt, die für die Zelle wichtige Eiweiße auf der Oberfläche blockieren. Doch häufig entwickeln GIST eine Resistenz gegen diese Medikamente.
Im EU-Projekt MITIGATE widmen sich zehn Partner aus Forschung und Industrie der Entwicklung und Validierung eines »closed loop«-Prozesses, um Patienten mit GIST und Metastasen effektiv behandeln zu können. Dieses personalisierte Therapiekonzept umfasst innovative Strategien für die Biopsieentnahme und Zellanalyse. Darüber hinaus werden bildgebende Verfahren und entsprechende Konzepte für eine minimal-invasive Behandlung optimiert und angepasst. Forscher der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie PAMB des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA entwickeln eine flexible Biopsienadel, mit der sich Proben des Gewebes entnehmen lassen. Das endoskopische Instrument verfügt über eine Schnittstelle zu einem Modul für die Zerkleinerung des Gewebes. Die GIST-Zellen werden dann in einem mikrofluidischen System spezifisch isoliert. Anschließend charakterisieren Forscher der Hochschule Mannheim durch Massenspektromie Marker, indem sie die Häufigkeit der Moleküle, die durch ein individuelles Masse-zu-Ladungs- Verhältnis gekennzeichnet sind, ermitteln. Der dabei entstehende »Fingerabdruck« ist für einen bestimmten Zell- oder Gewebetyp charakteristisch. Auf diese Weise sollen sich nicht wirksame Therapien schon vor Behandlungsbeginn ausschließen lassen.
Pressemitteilung Fraunhofer-Gesellschaft, Tobias Steinhäußer

Leberzellkrebs – heilbar bei rechtzeitiger Früherkennung

Der Leberzellkrebs ist weltweit die fünfthäufigste Tumorerkrankung und gehört zu den drei häufigsten Todesursachen, die durch Tumore hervorgerufen werden. Er ist Todesursache Nummer 1 bei Patienten mit Leberzirrhose. Ernste Beschwerden treten oft erst im späten Stadium auf, meist liegt als Folge einer Lebererkrankung eine Leberzirrhose (Vernarbung des Lebergewebes) vor und der Leberzellkrebs ist dann eine Spätfolge, bei der im fortgeschrittenen Zustand keine Heilung mehr möglich ist. Doch wenn er frühzeitig erkannt wird, ist Leberzellkrebs heilbar.
Bei früher Diagnose kann eine Lebertransplantation als letzter Ausweg zur Heilung führen. „Beim Leberzellkrebs haben wir eine einzigartige Situation, weil 90 Prozent der Patienten vorher bekannt sind. Es handelt sich um Hochrisikopatienten mit Vorerkrankungen der Leber“, sagt Prof. Dr. Peter Galle, Projektleiter der Gastro-Liga e.V. und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Johannes Gutenberg-Universität Mainz, anlässlich des 15. Deutschen Lebertages, der am 20. November 2014 stattfindet und von Gastro-Liga e.V., Deutscher Leberhilfe e.V. und Deutscher Leberstiftung organisiert wird. Der Leberzellkrebs treffe nicht unvorbereitet irgendjemanden in der Mitte des Lebens, wie etwa beim Darmkrebs, sondern es seien definierte Patienten, die bereits an einer Hepatitis B- oder C-Virusinfektion leiden oder wegen Alkoholmissbrauchs leberkrank sind.
Regelmäßige Überwachung notwendig
Durch eine regelmäßige Überwachung dieser Patienten steigt die Chance, den Leberzellkrebs in einer so frühen Phase zu erkennen, dass man ihn durch eine Operation oder andere Verfahren heilen kann. Tatsächlich ist es aber genau umgekehrt: 70 Prozent der Erkrankungen werden erst in einem nicht mehr heilbaren Stadium erkannt. Das ist ein deutliches Zeichen für eine gravierende Unterversorgung der chronischen lebererkrankten Patienten. Ein Ausweg sind regelmäßige Verlaufskontrollen der Erkrankung. Das eröffnet die Möglichkeit, Patienten in einer heilbaren Früherkennungsphase zu diagnostizieren. Es gibt Länder, die das bereits praktizieren, zum Beispiel Japan. Dort sind die Menschen viel mehr auf Vorsorge ausgerichtet, werden auch dementsprechend erfasst und auch in größerem Umfange geheilt als in Deutschland oder anderen europäischen Ländern.
Als Standardempfehlung gilt: alle sechs Monate alle Patienten mit Leberzirrhose mittels Ultraschalluntersuchung zu kontrollieren. Damit besteht eine gute Chance auf Früherkennung des Leberkrebses in einem Stadium, in dem eine Heilung noch möglich ist. Patienten, die regelmäßig überwacht werden sollten, sind vor allem solche mit einer Hepatitis B- oder C-Virusinfektion, Fettleber oder Erkrankung aufgrund von Alkoholmissbrauch. In Deutschland haben vor allem Patienten mit Fettleber zugenommen. Viele Menschen mit Übergewicht haben eine Fettleber. Die daraus resultierende große Patientenzahl macht es notwendig, dass diesen Patienten Fragen zu Lebensweise und Leberwerten schon beim Hausarzt gestellt werden sollten. Die Werte sollten regelmäßig überprüft und auch geringfügig erhöhte vom Facharzt abgeklärt werden. Dann kann die leitlinienkonforme Überwachung stattfinden.
Lebensprognose bei Tumorpatienten
Für die Heilung und die Lebensprognose von Leberzellkrebspatienten spielt die Größe des Lebertumors eine große Rolle. Als Kerngröße gilt: bis zu drei Knoten, die jeweils maximal drei Zentimeter messen oder ein Knoten, der nicht mehr als fünf Zentimeter misst. Wenn diese Größe nicht überschritten wird, dann kann man noch eine Heilung erreichen. Zur Krebsfrüherkennung eignet sich eine Ultraschalluntersuchung. Dann ist es möglich, den Tumor zu resezieren oder zu veröden oder das erkrankte Organ durch eine Transplantation zu ersetzen. Für die Zukunft bedeutet eine Früherkennung in jedem Fall eine Verbesserung der Überlebenschance, denn Leberzellkrebs ist Todesursache Nummer 1 bei Patienten mit Leberzirrhose.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
Prof. Dr. Peter R. Galle
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
geschaeftsstelle@gastro-liga.de
www.gastro-liga.de

Weitere Informationen:
http://www.lebertag.org

Pressemitteilung
Deutsche Leberstiftung, Rita Wilp

Warum Krebszellen trotz Sauerstoffmangel wachsen

Gesunde Zellen verlangsamen bei Sauerstoffmangel (Hypoxie) ihr Wachstum. Umso erstaunlicher ist es, dass Hypoxie ein charakteristisches Merkmal bösartiger Tumore ist. Wie es Krebszellen gelingt, das genetische Programm der Wachstumsbremse zu umgehen, berichten Forscher der Goethe-Universität und der Justus-Liebig-Universität Gießen in zwei Publikationen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Communications“.
FRANKFURT/GIESSEN. Gesunde Zellen verlangsamen bei Sauerstoffmangel (Hypoxie) ihr Wachstum. Umso erstaunlicher ist es, dass Hypoxie ein charakteristisches Merkmal bösartiger Tumore ist. Wie es Krebszellen gelingt, das genetische Programm der Wachstumsbremse zu umgehen, berichten Forscher der Goethe-Universität und der Justus-Liebig-Universität Gießen in zwei Publikationen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Communications“.
Seit längerem ist bekannt, dass PHD-Proteine (Prolyl-Hydroxylase-Domänen-Proteine) eine Schlüsselrolle bei der Regulatoren der Hypoxie spielen. Sie kontrollieren die Stabilität der Hypoxie-induzierten Transkriptionsfaktoren (HIFs), welche die Anpassung der Zelle an Sauerstoffmangel steuern. Nun hat das Team von Prof. Amparo Acker-Palmer, Goethe-Universität, und Prof. Till Acker, Justus-Liebig-Universität Gießen, herausgefunden, dass ein spezielles PHD-Protein, PHD3, auch den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) kontrolliert.
In gesunden Zellen antwortet PHD3 auf Stress wie Sauerstoffmangel, indem es die Aufnahme des EGF-Rezeptors ins Zellinnere steuert. Durch diese Internalisierung werden die Wachstumssignale herab reguliert. „Wir haben herausgefunden, dass PHD3 als Gerüstprotein dient, an dem zentrale Adapterproteine wie Eps15 und Epsin1 binden, um die Aufnahme von EGFR in die Zelle zu fördern“, so Acker-Palmer. In Tumorzellen ist dieser Prozess aufgrund des Verlusts von PHD3 gestört. Infolgedessen wird die Internalisierung von EGFR unterdrückt, was zu einer übermäßigen Aktivität der EGFR-Signale und damit dem unkontrollierten Wachstum der Zelle führt.
Die Forschergruppe konnte zeigen, dass der Verlust von PHD3 ein entscheidender Schritt beim Wachstum humaner maligner Hirntumore (Glioblastome) ist. Die Tumorzellen werden dadurch unabhängig von den wachstumshemmenden Signalen unter Sauerstoffmangel. „Klinisch ist diese Entdeckung hochrelevant, weil sie einen alternativen Mechanismus der Hyperaktivierung des EGF-Rezeptors zeigt, der unabhängig von seiner genetischen Amplifikation ist. Therapeutisch kann er durch EGFR-Inhibitoren unterdrückt werden“, erklärt Till Acker, Neuropathologe an der Universität Gießen.
“Unsere Arbeit zeigt eine unerwartete und neue Funktion des PHD3 an der Schnittstelle von zwei brandaktuellen Forschungsgebieten: Sauerstoffmessung und EGFR-Signaling”, erklärt Acker-Palmer. „Dies beweist erneut, wie groß die Bedeutung der Rezeptor-Internalisierung in der Krebsentwicklung ist“. Diesen Zusammenhang hatte das Forscherteam bereits 2010 für die Tumor-Angiogenese gezeigt (Sawamiphak et al, Nature 2010).
Publikationen:
Henze et al: Loss of PHD3 allows tumours to overcome hypoxic growth inhibition and sustain proliferation through EGFR, Nature communications, 25.11.2014, DOI: 10.1038/ncomms6582
Garvalov et al.: PHD3 regulates EGFR internalization and signalling in tumours, Nature communications, 25.11.2014, DOI: 10.1038/ncomms6577
Informationen:
Prof. Amparo Acker-Palmer, Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft und Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 42563, Acker-Palmer@bio.uni-frankfurt.de; Prof. Till Acker, Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Arndtstraße 16, 35392 Gießen, Tel.: (0641) 99-41181, till.acker@patho.med.uni-giessen.de
Die Goethe-Universität Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.
Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100
Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit 2006 wird die JLU sowohl in der ersten als auch in der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative gefördert (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System – ECCPS; International Graduate Centre for the Study of Culture – GCSC). www.uni-giessen.de
Herausgeber:
Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung Marketing und Kommunikation, Grüneburgplatz1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-12498, Fax: (069) 798-761 12531, hardy@pvw.uni-frankfurt.de
Pressemitteilung
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Dr. Anne Hardy

Eine zweite Chance für krebskranke Kinder

Krebs bei Kindern ist heute meist dauerhaft heilbar. Doch 20 Prozent der krebskranken Kinder erleiden nach zunächst erfolgreicher Behandlung einen Rückfall, an dem sie schließlich versterben. Mit dem INFORM-Projekt* wollen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung diesen Kindern eine zweite Chance eröffnen: Die Grundlage dafür ist die Analyse des gesamten Tumor-Erbguts zum Zeitpunkt des Rückfalls. Damit können die Forscher herausfinden, welche Faktoren den Krebs zum Wachsen anregen und dem einzelnen Kind möglicherweise mit einem der neuen, zielgerichteten Medikamente helfen. Das Ziel ist es, deutschlandweit bei allen Kindern mit Krebsrückfällen nach Erbgutveränderungen zu suchen und herauszufinden, ob es Medikamente gibt, die zu genau diesem Tumor passen. Die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützen nun eine Machbarkeitsstudie über zwei Jahre mit rund 1,1 Millionen Euro.
Das drängendste Problem in der Krebsmedizin bei Kindern sind heute Rückfälle nach einer intensiven Stahlen- und Chemotherapie. “Das betrifft in Deutschland jedes Jahr etwa 500 krebskranke Kinder. Zum Zeitpunkt des Rückfalls sind die wirksamen Behandlungen bereits weitgehend ausgereizt, die Medikamente versagen häufig, wenn der Krebs zurückkehrt”, erklärt Prof. Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). “Deshalb ist es uns so wichtig, für diese Kinder neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden.”
Mit einer Untersuchung des gesamten Tumorerbguts zum Zeitpunkt des Rückfalls können Wissenschaftler heute herausfinden, welche Faktoren den individuellen Tumor zum Wachsen anregen. In vielen Fällen lassen sich diese wachstumsfördernden Faktoren durch ein passendes Medikament blockieren.
“Bei rund einem Viertel der krebskranken Kinder kehrt der Krebs nach einer Behandlung zurück, die meisten von ihnen haben dann keine dauerhafte Heilungschance mehr. Eine Erbgut-Analyse könnte nach unserer bisherigen Erfahrung für etwa die Hälfte von ihnen eine zweite Chance bedeuten. Unser Ziel ist es, deutschlandweit bei allen Kindern mit Krebsrückfällen nach einem Medikament zu suchen, das genau zu ihrem Tumor passt”, sagt Prof. Stefan Pfister vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der federführende Koordinator des Forschungsverbunds INFORM.
Im Gegensatz zur Chemo- und Strahlentherapie schädigen die neuen, “intelligenten” Medikamente nicht alle sich schnell teilenden Zellen, sondern richten sich gegen spezifische krebstypische Zellveränderungen. Welche der vielen möglichen krebstypischen Veränderungen einen individuellen Tumor kennzeichnen, kann man ohne Erbgut-Analyse nicht erkennen.
Die INFORM-Forscher wollen in einer Machbarkeitsstudie durch umfangreiche Genomanalysen am DKFZ zunächst klären, welche Informationen aus dem Tumorerbgut dazu beitragen können, den Kindern eine bessere Behandlung anzubieten. Dabei konzentrieren sie sich auf die zwölf Krebsarten, bei denen Kinder am häufigsten Rückfälle erleiden. Die Wissenschaftler dokumentieren vor allem, welche und wie viele Mutationen, für die es “intelligente” Medikamente gibt, in den verschiedenen Krebsarten auftreten. Werden bei einem Patienten Veränderungen in den Tumorzellen entdeckt, gegen die bereits Wirkstoffe zur Verfügung stehen, so kann der behandelnde Arzt diese Information nutzen und individuell mit dem Patienten entscheiden, ob dieses Medikament eingesetzt werden kann.
Gibt es noch keine spezifischen Medikamente gegen eine krebstreibende Zellveränderung, so können Wissenschaftler die Information nutzen, um neue Wirkstoffe zu entwickeln.
Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie wollen die Kinderonkologen in einer klinischen Studie nach dem Arzneimittelgesetz prüfen, ob die individualisierte Therapie auf der Basis der Erbgut-Information bessere Heilungserfolge erzielt als die herkömmliche Rückfalltherapie.
Weder die Untersuchung des Tumorerbguts noch die teuren zielgerichteten Medikamente werden derzeit von den Krankenkassen bezahlt. Die Förderung durch das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) (2,5 Millionen Euro), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung deckt einen Teil der Kosten für die Erbgutanalyse, Datenauswertung und Dokumentation. “Für die Deutsche Krebshilfe ist innovative Krebsforschung ein Kernanliegen. Nur über die Forschung können wir die Therapie und Versorgung krebskranker Menschen verbessern. Daher fördert die Deutsche Krebshilfe das hochinnovative INFORM-Projekt”, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. “Wir wollen, dass alle krebskranken Kinder eine Chance haben zu überleben – durch gezielte Therapien, mit so wenigen Spätfolgen wie möglich. Deshalb ist Forschungsförderung wichtig. Und deshalb ist das Verbundprojekt INFORM mit der gemeinschaftlichen Förderung durch DKTK und DKFZ, die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung wegweisend für die Kinderkrebsheilkunde”, sagt Ulrich Ropertz, Vorsitzender der Deutschen Kinderkrebsstiftung.
Auch die BILD-Hilfsorganisation “Ein Herz für Kinder” unterstützt INFORM. Spenden an diese Charity helfen dabei, den anderen großen Posten zu bewältigen – die Kosten für die neuen Medikamente, die in der Regel nicht von Kassen übernommen werden, weil noch keine ausreichenden Studiendaten vorliegen. In der großen Gala “Ein Herz für Kinder” (Samstag, 6. Dezember, 20:15 Uhr im ZDF) wird eine kleine Patientin vorgestellt, für die die Analyse des Tumorerbguts eine zweite Chance bedeutet.
*INFORM steht für “Individualisierte Therapie für Rückfälle von bösartigen Tumoren bei Kindern”. Die wissenschaftlichen Koordinatoren sind:
  • Prof. Stefan Pfister (federführender Koordinator, DKFZ),
  • Prof. Angelika Eggert (Vorsitzende der Fachgesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, Charité Berlin)
  • Prof. Peter Lichter (Leiter des INFORM-Bereichs Molekulare Diagnostik, DKFZ)
  • Prof. Olaf Witt (Leiter der INFORM-Registerstudie, DKFZ und Universitätsklinikum Heidelberg)
Unter dem Dach der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie sind deutschlandweit elf Studiengruppen und über 50 Rekrutierungszentren an INFORM beteiligt.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2854
F: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail: presse@dkfz.de
Pressemitteilung
Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Stefanie Seltmann

Gradmesser für die Bösartigkeit von Prostatakrebs entdeckt

Ein Protein, das die epigenetischen Merkmale der Tumorzellen beeinflusst, steht in direktem Zusammenhang mit der Bösartigkeit von Prostatakrebs. Dies hat nun ein Team von Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Universität Zürich, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Universität Heidelberg und weiteren Institutionen an über 7700 Tumor-Gewebeproben nachgewiesen. Ein Nachweis des Biomarkers könnte in Zukunft die Wahrscheinlichkeit für einen aggressiven Verlauf der Erkrankung anzeigen und so die Wahl der passenden Therapie unterstützen.
Die Arbeit war Teil des Projekts „Früher Prostatakrebs“, das das Bundesforschungsministerium im Rahmen des Internationalen Krebsgenomkonsortiums ICGC fördert.
Bei einer Krebsdiagnose steht für Betroffene wie auch für ihre Ärzte die Frage nach der Bösartigkeit des Tumors im Vordergrund: Sie entscheidet, wie intensiv und radikal die Behandlung ausfallen muss. Insbesondere Prostatakrebs kann von Patient zu Patient einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Daher suchen Krebsforscher dringend nach messbaren, zuverlässigen Biomarkern, an denen sie die Aggressivität des Tumors ablesen können, um die Therapie entsprechend anzupassen.
Bei vielen Krebsarten geben Veränderungen des Erbguts Hinweise auf das Gefahrenpotential. Aber gerade bei Prostatakrebs sind solche Mutationen längst nicht so zahlreich wie bei anderen Tumorarten. „Wir vermuteten daher, dass Prostatakrebs vor allem durch veränderte epigenetische Merkmale angetrieben wird, also solche chemischen Veränderungen am Erbgut, die nicht die Reihenfolge der DNA-Bausteine betreffen“, sagt Prof. Christoph Plass vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), einer der Leiter der aktuellen Arbeit.
Lange Zeit war unbekannt, wie sich epigenetische Muster im Erbgut einer Krebszelle ändern. Heute kennen Wissenschaftler bestimmte Proteine der Zelle, die weitreichenden Einfluss auf dieses Muster haben können. Ein Verbund von Forschern aus dem DKFZ, der Universität Zürich, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Universität Heidelberg und weiteren Institutionen hat sich nun auf die Suche gemacht nach solchen Steuerproteinen, die in Prostatakrebszellen die epigenetischen Merkmale verändern und dadurch möglicherweise den Verlauf der Erkrankung beeinflussen.
Die Wissenschaftler starteten ihre Suche zunächst in Datenbanken, in denen die molekularen Informationen zu zahlreichen Prostatakrebsfällen gespeichert sind. Diese Daten überprüften sie darauf, ob die Tumorzellen eines der bekannten epigenetischen Steuerproteine signifikant stärker oder schwächer ausprägen als gesunde Zellen derselben Patienten.
Den auffälligsten Unterschied ermittelten die Forscher für das Protein BAZ2A: „Eigentlich ist dieses Eiweiß dafür bekannt, dass es die Produktion der zellulären Proteinfabriken unterdrückt und dadurch die Lebensfähigkeit von Zellen beeinträchtigt“, erklärt Prof. Roland Eils, der sowohl im DKFZ als auch an der Universität Heidelberg eine Forschungsgruppe leitet. „Aber als wir BAZ2A in Zelllinien von metastasierendem Prostatakrebs ausschalteten, verlangsamte sich paradoxerweise ihr Wachstum.“ Weitere Untersuchungen zeigten, dass höhere Konzentrationen von BAZ2A die bösartigen Eigenschaften der Prostatakrebszellen steigerten, etwa die Beweglichkeit oder die Fähigkeit, in umgebendes Gewebe einzudringen.
Eine detaillierte molekulare Analyse von Prostatakrebszellen ergab, dass die Überproduktion von BAZ2A zu veränderten epigenetischen Mustern führte, die wiederum die Aktivität einer Reihe von krebsbremsenden Genen drosselten. Daraufhin vermuteten die Wissenschaftler, dass sich die BAZ2A-Überproduktion direkt auf die Bösartigkeit von Prostatakrebs auswirkt und daher ein Indikator für den Verlauf der Erkrankung sein könnte.
Das Forscherteam überprüfte diese Hypothese an fast 7700 Gewebeproben von Prostatakrebs und stellte fest: Je mehr BAZ2A das Gewebe enthielt, desto fortgeschrittener war der Tumor bei seiner Diagnose, desto häufiger hatte der Krebs bereits Metastasen gestreut und desto höher war der PSA-Wert der jeweiligen Patienten.
„BAZ2A scheint einen direkten Einfluss auf die Aggressivität von Prostatakrebs zu nehmen. Von daher könnte der Grad der BAZ2A-Expression deutliche Hinweise auf den Verlauf der Erkrankung geben. Das muss natürlich noch klinisch bestätigt werden“, sagt Christoph Plass. Aber gerade bei Patienten, deren sonstige klinischen Werte ein mittleres Risiko anzeigen, könnte die BAZ2A-Expression wertvolle Hinweise auf die Wahrscheinlichkeit geben, ob der Krebs zurückkehrt. Das würde Ärzte und Patienten bei der Wahl der aussichtsreichsten Therapie unterstützen.
Die Arbeit ist Teil des Internationalen Krebsgenom-Konsortiums. Am Projekt „Früher Prostatakrebs“ beteiligt sind die Martini-Klinik und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das EMBL, das DKFZ, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg sowie das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin. Die Koordinatoren sind Prof. Christoph Plass im Deutschen Krebsforschungszentrum und Prof. Guido Sauter vom Universitätsklinikum Eppendorf. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,5 Millionen Euro gefördert.
Lei Gu, Sandra C Frommel, Christopher C Oakes, Ronald Simon, Katharina Grupp, Cristina Y Gerig, Dominik Bär, Mark D Robinson, Constance Baer, Melanie Weiss, Zuguang Gu, Matthieu Schapira, Ruprecht Kuner, Holger Sültmann, Maurizio Provenzano, ICGC Project on Early Onset Prostate Cancer, Marie-Laure Yaspo, Benedikt Brors, Jan Korbel, Thorsten Schlomm, Guido Sauter, Roland Eils, Christoph Plass und Raffaella Santoro: BAZ2A (TIP5) is involved in epigenetic alterations in prostate cancer and its overexpression predicts disease recurrence.
Nature Genetics 2014, DOI: 10.1038/ng.3165
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2854
F: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail: presse@dkfz.de
www.dkfz.de
Pressemitteilung
Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Stefanie Seltmann

Samstag, 20. Dezember 2014

Darmkrebs: Die Behandlung ist im Fluss

Beim Darmkrebs sind die Behandlungsstrategien derzeit im Fluss. Inwiefern es Neuerungen gibt und was diese für die Patienten bedeuten, erläutert Professor Dr. Stefan Kubicka, Leiter des Krebszentrums Reutlingen, in einem Interview.

Zum Interview

Erstes Benefizkonzert der Felix Burda Stiftung am 18.03.2015 zugunsten des Hilfsfonds Darmkrebs

Im Rahmen ihrer Jubiläumskonzertreihe “10 Jahre Musikwerkstatt Jugend” spielt die Neue Philharmonie München am 18.3.2015 zugunsten des Hilfsfonds Darmkrebs der Felix Burda Stiftung.
Im Herkulessaal der Münchner Residenz steht das Violinkonzert Nr.2 von Bela Bartók, sowie die Symphonie Nr.4 in G-Dur von Gustav Mahler auf dem Programm dieses ersten Benefizkonzerts der Stiftung.
Die Einführung liefert Dirigent Yoel Gamzou.
Karten gibt es bei www.muenchenticket.de oder allen bekannten VVK Stellen.
Die Erlöse gehen an den Hilfsfonds Darmkrebs der Felix Burda Stiftung. Er unterstützt Familien in Deutschland, die durch die Darmkrebserkrankung eines Angehörigen in finanzielle Not geraten sind.

Infos unter:  http://www.felix-burda-stiftung.de/spenden-helfen/hilfsfonds-darmkrebs/index.php

Google plant Detektor für Krebs und Herzanfälle

  • Google entwickelt derzeit ein Verfahren, das Nanopartikel in Tablettenform mit einem Sensor für das Handgelenk kombiniert. Krebs, ein drohender Herz- oder Schlaganfall sowie andere Krankheiten sollen so viel früher als heute diagnostizierbar werden. Leichte Veränderungen in der Biochemie des Körpers sollen als Frühwarnsystem dienen.
  • Präventivere Medizin gefragt

  • Viele Arten von Krebs wie Bauchspeicheldrüsenkrebs werden häufig erst dann erkannt, wenn sie nicht mehr behandelbar sind. Google zielt darauf ab, das Blut permanent auf Spuren von Krebs zu überwachen und so eine Diagnose lange vor dem Auftreten von Symptomen zu ermöglichen. Das Projekt wird von der Forschungsabteilung "Google X" durchgeführt.

    Das Unternehmen engagiert sich immer stärker auf dem Medizinsektor. Zuletzt hatte der Suchmaschinengigant auch Anteile an Calico erworben, ein Unternehmen, das sich mit Anti-Aging beschäftigt. Dazu kommen noch Anteile an 23andMe, eine Firma, die Gentests anbietet.

    Das Diagnoseprojekt wird vom Molekularbiologen Andrew Conrad geleitet. Der Wissenschaftler hat bereits einen billigen HIV-Test entwickelt, der bereits auf dem Markt ist. Mit dem neuen Projekt soll die Medizin proaktiver werden. "Nanopartikel ermöglichen es, den Körper auf der Ebene der Moleküle und Zellen zu erforschen", so Conrad.

    Google entwickelt dafür eine Reihe von Nanopartikeln, die Markern für verschiedene Krankheiten entsprechen sollen. Sie könnten darauf ausgerichtet sein, sich an eine Krebszellen oder ein Fragment erkrankter DNA anzubinden. Sie könnten auch Hinweise auf Plaquen finden, die dabei sind, sich von der Wand eines Blutgefäßes abzulösen. Sie können durch die Blockierung des Blutflusses einen Herz- oder Schlaganfall verursachen.
  • Keine kommerzielle Auswertung

  • Nanopartikel können aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaften an einen bestimmten Ort im Körper geleitet werden. Dafür vorgesehen sind die oberflächlichen Adern am Handgelenkt. Dort sollen die gesammelten Informationen laut Conrad dann abgerufen werden. Nanopartikel, die sich nicht angebunden haben, würden sich in einem Magnetfeld anders bewegen als jene, die sich um eine Krebszelle angesammelt haben.

    Theoretisch könnte eine Software aufgrund dieser Bewegungen eine Diagnose erstellen. Ziel ist die Herstellung eines Armbandes, das die Ergebnisse der Nanopartikel mittels Licht und Funkwellen einmal oder mehrmals am Tag auswertet. Conrad versucht indes, Bedenken zu entkräften, das Unternehmen versuche eine Suchmaschine für den Körper zu entwickeln.

    "Wir sind die Erfinder dieser Technologie. Es besteht keine Absicht, sie auf ähnliche Art und Weise kommerziell auszuwerten." Lizenzen sollen an Partnerunternehmen vergeben werden, die die Technologie dann für Ärzte und Patienten verfügbar machen. "Es handelt sich dabei nicht um Verbraucher-, sondern um medizinische Geräte. Bei der vertraulichen Kommunikation zwischen Arzt und Patient wird Google keine Rolle spielen", so Conrad abschließend.
  • Quelle: pressetext.com

Österreich: Benefiz-Matinee der Selbsthilfe Darmkrebs 2014

 Jahresrückblick:


Für diese – schon zur lieben Tradition gewordene, mittlerweile zehnte – Benefiz-Matinee immer in der Vorweihnachtszeit konnte die Selbsthilfe Darmkrebs also auch diesmal wieder einen ganz großen Publikumsliebling gewinnen:
Heinz Marecek hat mit vielen Granden des heimischen Theaters gearbeitet. Im Rahmen seines Programms Das ist ein Theater erzählte er über Begegnungen & Begebenheiten auf und hinter der Bühne. Bei seinen Geschichten und Anekdoten ist Lachen ohne Ende garantiert!
Kein Wunder, dass zahlreiche Freunde der schönen Künste am 30. November 2014 ins Hotel „Hilton Vienna“ am Stadtpark kamen, um den beliebten Schauspieler zu sehen und zu hören.

http://www.selbsthilfe-darmkrebs.at/aktivitaeten/benefiz-matinee-2014

Heute: TYPISIERUNGSAKTION in Köln

Heute: TYPISIERUNGSAKTION in Köln

DIE Deutsch Iranische Krebshilfe IST GEMEINSAM MIT DER DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei BEIM GOOGOOSH & EBI LIVE IN CONCERT IN DER KÖLN ARENA AM 20. DEZEMBER.

AKTUELL SUCHEN WIR DEN LEBENSRETTER, EINEN PASSENDEN STAMMZELLSPENDER FÜR DEN AN BLUTKREBS ERKRANKTEN MOHAMMAD-REZA UND VIELE WEITERE PATIENTEN IRANISCHER HERKUNFT.
DIE DKMS UND WIR KONNTEN BEREITS VIELEN AN BLUTKREBS ERKRANKTEN HELFEN, LASSEN SIE SICH AM KONZERTABEND REGISTRIEREN UND RETTEN SIE LEBEN!

UNSER BESONDERER DANK GILT DEN VERANSTALTERN, HERRN Javad UND OMID AKHAVAN, SOWIE HERRN Faramarz Gharagozloo, DIE ES ERMÖGLICHEN MIT IHRER REGISTRIERUNG ZUKÜNFTIG MEHR LEBEN RETTEN ZU KÖNNEN.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Ministerin Steffens: Land fördert mit 550.000 Euro Kinder-MRT in Dortmund

Einzigartig in Europa
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:
Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt mit 550.000 Euro die Einrichtung eines Kinder-MRT (Magnet-Resonanz-Tomographen) im Klinikum Dortmund. Gesundheitsministerin Barbara Steffens überreichte den Verantwortlichen der Klinik in Dortmund den Förderbescheid.
„Mit dem Kinder-MRT erhält Nordrhein-Westfalen ein in dieser Form europaweit bisher einzigartiges Projekt“, erklärte Ministerin Steffens bei der Übergabe des Förderbescheids in Dortmund. „Um Kindern den Aufenthalt in der Röhre möglichst stressfrei zu gestalten, können die Kinder mit ihren Eltern die Untersuchung an einem Trainings-Modell üben. Außerdem ist die Untersuchung stark lärmreduziert, und ein Elternteil darf während der Untersuchung neben den Kindern liegen. Zusätzlich bietet die Klinik für die Kinder eine pädagogisch-psychologische Betreuung an. Dieses geplante ganzheitliche Konzept, orientiert an den besonderen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten, könnte beispielhaft für eine moderne, qualitativ hochwertige Versorgung stehen“, so Steffens weiter.
Das Gesamtkonzept soll dafür sorgen, dass diese Untersuchung für junge Patientinnen und Patienten psychisch weniger belastend ist. Selbst Erwachsene haben oft Angst in der engen Röhre eines MRT. Kinder leiden oft noch mehr unter der Situation und werden deshalb nicht selten für die MRT-Aufnahmen narkotisiert. Das soll es mit dem neuen Kinder-MRT in Dortmund möglichst nicht mehr geben.
Ein MRT liefert detaillierte Bilder von Organen, Knochen und Gewebe, ohne dass gefährliche Strahlung eingesetzt wird. Patienten müssen für längere Zeit regungslos in einer engen Röhre liegen, laute Geräusche und Erschütterungen verursachen zusätzlichen Stress. Kinder erleben diese Situation oft noch bedrohlicher als Erwachsene.
Der Kinder-MRT hat im Gegensatz zu einem herkömmlichen Gerät eine offenere Röhre, so dass eine erwachsene Person neben dem Kind liegen kann. Die Geräusche sind auf ein leises Grundrauschen reduziert, und die Kinder können während der Aufnahmen Videos ansehen. Zudem kann der gesamte MRT-Raum inklusive des Geräts durch Projektionen in verschiedene alters- und geschlechtsspezifische Erlebniswelten, etwa ein Schiff oder ein Unterwasserszenario, verwandelt werden. Das zieht die Aufmerksamkeit der Kinder an und lenkt von der medizinischen Prozedur ab.
In welche Welt sie eintauchen möchten, entscheiden die Kinder selbst und erlangen damit eine gewisse Autonomie. Zur Vorbereitung durch Pädagogen, Psychologen oder Therapeuten gehört auch, dass sie an einem originalgroßen Modell das MRT selbst erkunden können, sich an das Liegen darin gewöhnen und eine eigene Vorstellung davon entwickeln, wie die Untersuchung abläuft.
Das Projekt wird vom Klinikum Dortmund wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. So soll etwa dokumentiert werden, in welchen Umfang die Zahl der Narkosen reduziert werden kann.
Das Klinikum Dortmund plant eine Inbetriebnahme für Sommer 2015.
Hintergrundinformationen:
Kosten des Projekts:
  • Gesamtkosten: 1.925.000 Euro (MRT rund 1 Millionen Euro, Restbetrag überwiegend Baukosten)
  • Förderbetrag des Landes: 550.000 Euro
  • restliche Finanzierung überwiegend aus Spenden
Westfälisches Kinderzentrum am Klinikum Dortmund
  •  Zweitgrößtes Gesundheitszentrum für Kinder und Jugendliche in kommunaler Trägerschaft in Deutschland
  •  Jährlich werden rund 9000 Kinder und Jugendliche stationär und über 40.000 ambulant behandelt
  • Perinatalzentrum für Früh- und Neugeborene, in dem jährlich rund 150 Extrem-Frühgeborene unter 1500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

Samstag, 13. Dezember 2014

Aufklärungsgespräch darf ohne Fachausdrücke auskommen

Aufklärungsgespräch darf ohne Fachausdrücke auskommen

 - Der Arzt redet und redet, der Patient versteht nur Bahnhof: Dann ist das Aufklärungsgespräch nicht gut gelaufen. Ärzte sollten Laien nicht mit Fachausdrücken überfordern. Umgekehrt sind sie aber auch nicht verpflichtet, Fachwörter zu benutzen.
In einem Aufklärungsgespräch soll der Arzt möglichst keine Fachsprache benutzen, wenn der Patient ein medizinischer Laie ist. Umgekehrt kann man ihm deshalb aber auch nicht zum Vorwurf machen, wenn er einen bestimmten Fachterminus nicht benutzt hat. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist (Az.: 5 U 483/14). In dem verhandelten Fall hatte eine Frau den Ärzten unzulängliche Aufklärung über die Risiken einer Chemo-Therapie vorgeworfen. Bei ihr war Brustkrebs diagnostiziert worden. Die Ärzte operierten sie und implantierten einen Port-Katheter. Zwei Tage nach der zweiten Chemo-Therapie rötete sich die Brustwand: Es war zu einem sogenannten Paravasat im Bereich des Ports gekommen, also Flüssigkeit in umliegendes Gewebe ausgetreten. Das Gewebe starb ab, die Ärzte mussten es entfernen.

Quelle / Volltext
http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Aufklaerungsgespraech-darf-ohne-Fachausdruecke-auskommen-642213805

Darmkrebs_ : Das Informationsportal darmkrebszentrale.de wurde neu konzipiert

Presseschau: Für Sie gelesen:

GRENZACH-WYHLEN. Das Informationsportal darmkrebszentrale.de wurde neu konzipiert und ist jetzt in einem neuen Design mit verbesserter Nutzerfreundlichkeit online, teilt das Unternehmen Roche Pharma mit.
Die Plattform biete Darmkrebs-Patienten, Angehörigen sowie Interessierten umfangreiche Informationen zum Thema Darmkrebs. Das Serviceangebot wird laufend aktualisiert und inhaltlich erweitert.
Interessierte finden Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen, eine Darmzentren-Suche, Informationsmaterial, Checklisten sowie Tipps zu praktischen Aspekten bei Darmkrebs.

Krebsrisiko steigt im Alter an

London. Bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken - rund 40 Prozent mehr als derzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation. Ursache sind demnach die zunehmende Lebenserwartung und schädliche Gewohnheiten, etwa bei der Ernährung.

Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weltweit dramatisch an: Bis 2030 würden 21,6 Millionen neue Krebsfälle im Jahr erwartet gegenüber 14 Millionen 2012, heißt es im "Weltkrebsbericht 2014", den die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag im französischen Lyon vorlegte.

Auch die Todesfälle durch Krebs werden demnach von 8,2 auf 13 Millionen ansteigen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine WHO-Unterorganisation, rief deshalb zu großangelegten Vorsorgekampagnen auf.

Der Untersuchung zufolge wurde Lungenkrebs im Jahr 2012 am häufigsten diagnostiziert: 1,8 Millionen Fälle wurden aufgeführt, die damit 13 Prozent aller neuen Krebserkrankungen ausmachten. Danach folgten Brustkrebs (1,7 Millionen oder 11,9 Prozent) und Darmkrebs (1,4 Millionen oder 9,7 Prozent).

Zahl der Krebserkrankungen steigt dramatisch an | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/gesundheit/zahl-der-krebserkrankungen-steigt-dramatisch-an-id8948212.html#plx1208857187

London. Bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken - rund 40 Prozent mehr als derzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation. Ursache sind demnach die zunehmende Lebenserwartung und schädliche Gewohnheiten, etwa bei der Ernährung.

Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weltweit dramatisch an: Bis 2030 würden 21,6 Millionen neue Krebsfälle im Jahr erwartet gegenüber 14 Millionen 2012, heißt es im "Weltkrebsbericht 2014", den die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag im französischen Lyon vorlegte.

Auch die Todesfälle durch Krebs werden demnach von 8,2 auf 13 Millionen ansteigen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine WHO-Unterorganisation, rief deshalb zu großangelegten Vorsorgekampagnen auf.

Der Untersuchung zufolge wurde Lungenkrebs im Jahr 2012 am häufigsten diagnostiziert: 1,8 Millionen Fälle wurden aufgeführt, die damit 13 Prozent aller neuen Krebserkrankungen ausmachten. Danach folgten Brustkrebs (1,7 Millionen oder 11,9 Prozent) und Darmkrebs (1,4 Millionen oder 9,7 Prozent).

Quelle / Volltext :

http://www.wdr2.de/panorama/weltkrebstag104.html

http://www.derwesten.de/gesundheit/zahl-der-krebserkrankungen-steigt-dramatisch-an-id8948212.html

Donnerstag, 4. Dezember 2014

LUDWIGSHAFEN – DARMKREBS-KOMMUNIKATIONSPREIS 2014 AN “BRANDENBURG GEGEN DARMKREBS” VERLIEHEN

LUDWIGSHAFEN – DARMKREBS-KOMMUNIKATIONSPREIS 2014 AN “BRANDENBURG GEGEN DARMKREBS” VERLIEHEN

Ludwigshafen/ Metropolregion Rhein-Neckar.
Der jährliche Darmkrebs-Kommunikationspreis 2014 wurde am Freitag, 14.11.2014, im Rahmen der politischen Diskussionsveranstaltung “Brennpunkt Onkologie” in Berlin an das Projekt „Brandenburg gegen Darmkrebs“ verliehen. Der Preis geht auf eine gemeinsame Initiative der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebsstiftung und der Stiftung LebensBlicke (mit Sitz in Ludwigshafen) zurück und wird für Projekte vergeben, die sich in besonderem Maße um eine nachhaltige Aufklärung zum Thema Darmkrebs verdient gemacht haben.

Quelle / Volltext: http://www.mrn-news.de/2014/11/17/ludwigshafen-darmkrebs-kommunikationspreis-2014-an-brandenburg-gegen-darmkrebs-verliehen-169041/

Samstag, 15. November 2014

Darmkrebs Forschung

Ein mit Nanopartikeln versetzter Joghurt ermöglicht einen nicht invasiven Test für Patienten mit Verdacht auf Darmkrebs. Die Partikel machen Krebszellen durch eine Färbung im Urin sichtbar. Die Methode könnte künftig unangenehme Darmspiegelungen ersetzen.

Die MIT-Forscherin Sangeeta Bhatia hat es geschafft, Joghurt so zu manipulieren, dass bestimmte Bestandteile Krebs erkennen können. Entscheidend dafür sind synthetische Nanopartikel, die dem Joghurt beigemischt werden. Ein einziger Löffel dieser Joghurtmischung reicht aus, um bei einem anschließenden Urintest Krebs feststellen zu können.
Die synthetischen Nanopartikel interagieren dabei mit den Krebszellen im Körper des Patienten. Sie funktionieren wie Biomarker. Die Teile im Joghurt färben sich also ein, wenn sie auf Krebszellen gestoßen sind. Beim späteren Urinieren kann der Arzt somit recht simple feststellen, ob der Patient an Darmkrebs leidet, berichten die Forscher des Massachusetts Institute of Technology.
Das neuartige Verfahren funktioniert sogar schon in der Früherkennung. Somit kann der günstige Löffel Joghurt einfach eingenommen und damit rechtzeitig Krebs erkannt werden. Weil viele Patienten die Darmspiegelung scheuen, wird diese oft erst dann durchgeführt, wenn der Krebs schon fortgeschritten ist. Mit dem Joghurt können auch die Risikopatienten auf angenehme Weise vorzeitig getestet werden.
Laut der Rezension von Kevin Bullis bei MIT Technology Review basiert die Forschung auf einer vorherigen Studie, die Bhatia betrieben hat. Dabei ging es konkret um die Nanopartikel. Bei Versuchen hat die Physikerin und Ingenieurin herausgefunden, dass diese kleinsten Teilchen Tumore identifizieren können. Die Tumorzellen können aber nicht nur lokalisiert werden. Die Nanoteilchen sind sogar in der Lage sich in noch kleinere Teile aufzuspalten, mit den Enzymen, die sie produzieren.
Diese kleinsten Teilchen würden dann in den Nieren gesammelt und ausgeschieden. Die Konzentration der Nanopartikel ist dabei hoch genug, um bei Tests erkannt zu werden. Bullis erklärt den Prozess: „Im ersten Schritt dieser Technik ging es darum, Analysegeräte aus dem Labor zu benutzen, um Urin zu untersuchen. Ziel war es die verdächtigen Markierungen zu finden.“
Laut Bullis sind sie nach dem aktuellen Stand der Forschung deutlich effektiver: „Jetzt hat Bhatia einen Urintest mit Papier entwickelt – ähnlich, wie er bei Schwangerschaftstests verwendet wird. Bisher wurde er an Mäusen erfolgreich getestet. Hierbei konnte nicht nur Darmkrebs identifiziert werden, sondern auch Leberfribose.“
Aktuell versucht Bhatia eine Lösung dafür zu finden, wie sie ihre synthetischen Nanopartikel mit einer kleinen Menge Joghurt kombinieren kann. Anstatt die kleinen Biomarker dem Joghurt hinzuzufügen, möchte sie die Bakterien im Joghurt so modifizieren, dass sie automatisch entstehen. Der Joghurt soll also die Nanopartikel für den Krebstest selbst entwickeln.
Dazu gründet sie derzeit auch eine neue Firma, damit der weiterentwickelte Joghurt auch vermarktet werden kann, sobald die Forschung und Tests abgeschlossen sind. Insbesondere liegen ihr die Entwicklungsländer am Herzen. Dort sind Krebsuntersuchungen viel zu teuer, so dass nur sehr wenige Menschen eine Chance haben, die Krankheit im Frühstadium zu bekämpfen. Mit ihrer Lösung dank dem günstigen Joghurt, könnten die Einwohner der Entwicklungsländer flächendeckend in Genuss regelmäßiger Tests kommen, die vor allem bezahlbar sind.
Das findet auch Samuel Sia, ein Professor an der Columbia University. Er beschreibt die synthetischen Biomarker als interessantes Konzept, um einfach und günstig auf Krebs zu testen. Außerdem haben diese Nanopartikel offenbar in Versuchen eine sehr hohe Zuverlässigkeit gezeigt. So wurden zumindest bei Mäusen diese Krebszellen eindeutig identifiziert. Das ist eine Grundvoraussetzung, damit der neue Joghurt auch breite Anerkennung findet.
Denn bislang gibt es noch keine klinischen Tests. Dafür steckt die Forschung noch zu sehr in den Kinderschuhen. Deshalb ist Sia auch noch vorsichtig mit seinen Äußerungen zu dem Thema: „Ich würde noch nicht sagen, dass dies hier die Lösung ist.“ Die ersten Versuche im Labor bei Mäusen waren jedenfalls erfolgreich.

Quelle / Volltext; Nachrichten 

Samstag, 1. November 2014

Untersuchung wie im Science-Fiction-Film

Fiction-Film

Kapselendoskopie anstatt Darmspiegelung

Untersuchung wie im Science-Fiction-Film

Dorfen - Einfach nur eine kleine Videokapsel schlucken statt den Unannehmlichkeiten der Darmspiegelung ausgesetzt sein. Seit diesem Monat findet im MVZ Dorfen die Probe aufs Exempel statt – mit dem Ziel, mehr Menschen zur Krebsvorsorge zu bewegen.
Reise in den Körper: Die kleine Koloskopiekapsel, die Praxismanagerin Manuela Sturz in der Hand hält, schluckt der Patient. Die Gastroenterologen Jochen Türk, Christian Zillinger und Ludwig Rudolf (v. l.) werten die Bilder später aus. Foto: Renner
© Renner
Reise in den Körper: Die kleine Koloskopiekapsel, die Praxismanagerin Manuela Sturz in der Hand hält, schluckt der Patient. Die Gastroenterologen Jochen Türk, Christian Zillinger und Ludwig Rudolf (v. l.) werten die Bilder später aus.
 Wenn einen die Diagnose trifft, ist es oft schon zu spät. Darmkrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Jährlich sterben daran in Deutschland noch rund 29 000 Menschen. Diese Zahl könnte weit niedriger ausfallen, wenn mehr Versicherte zur Vorsorge gingen. Angesichts der allseits bekannten Krebsgefahr erschrecken die Zahlen aus dem Landkreis Erding, der unter dem ohnehin schon niedrigen landesweiten Schnitt liegt. Bei uns gehen nämlich nur 17 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer zur Vorsorge. Der Grund für die geringe Beteiligung ist oft die Angst vor der Darmspiegelung. Die Untersuchung, bei der Patienten ein 1,50 Meter langer Schlauch eingeführt wird, schreckt viele Menschen nämlich ab.
Eine kleine Kapsel mit zwei integrierten Kameraköpfen klingt da schon wesentlich angenehmer. Als Alternative zur Darmspiegelung (Koloskopie) ermöglicht die AOK im Rahmen eines Modellvorhabens ihren Versicherten eine solche kostenfreie Kapselendoskopie des Dickdarms. Die neue Methode hat das Ziel, wesentlich mehr Menschen zu ermutigen, zur Vorsorge zu gehen. Start für das Probeprojekt war im vergangenen Jahr im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Hochfranken in Hof. Jetzt zieht das MVZ in Dorfen nach. Vorgestellt wurde die sogenannte „PillCam“ in der AOK Direktion Erding.
Die Vorteile der neuen Vorsorgemaßnahme lieferte Sabine Steinlechner, die Bereichsleiterin in der AOK-Zentrale in München ist. Der Patient schluckt eine Videokapsel mit zwei Kameras, die digital Bilder aus dem Dickdarm nach außen auf einen Rekorder überträgt. Die detailreichen Bilder kann der Patient am Bildschirm live mitverfolgen. Der Darm wird hier zu fast 360 Grad visualisiert. Je schneller die Kapsel durch den Darm schwimmt, desto mehr Bilder macht sie – zwischen vier und 35 Stück pro Sekunde. Kleinere Polypen können Steinlechner zufolge leichter erkannt werden. Werden solche Krebsvorstufen entdeckt, könne noch eine Koloskopie am selben Tag angehängt werden, um diese zu entfernen.
„Pro Woche wird in Dorfen im Schnitt ein Kolonkarzinom entdeckt“, berichtete Facharzt Christian Zillinger vom MVZ Dorfen. Die neue Methode sei innovativ und zukunftsweisend. „Zeitlich ist das für uns zwar aufwändiger. Aber das nehmen wir gerne auf uns, wenn man dadurch Krebs verhindern kann.“ Bereits über ein Jahr Praxiserfahrung hat Zillingers Kollege aus Hof, Marwan Khoury: „Wir freuen uns, dass bereits über 200 Versicherte eine Kapselendoskopie zur Darmkrebsfrüherkennung durchführen haben lassen. Viele davon hatten davor die Darmkrebsprävention aufgrund der Angst vor der Koloskopie abgelehnt.“ Teilnehmen können sämtliche AOK-Versicherte zwischen 55 und 75 Jahren. Wenn man mindestens einen Verwandten ersten Grades mit Darmkrebs-Geschichte hat, ist die Kolonkapselendoskopie sogar bereits ab dem 45. Lebensjahr möglich. Sämtliche Kosten (700 Euro für die Kapsel, gut 300 Euro Arzthonorar) trägt die AOK.
Die Vorbereitung auf die Untersuchung läuft ähnlich ab wie bei der Darmspiegelung. Zur Darmreinigung nimmt der Patient also in der Regel einen Tag vorher Trinklösungen für die Darmreinigung zu sich. Es handelt sich bislang jedoch nur um ein Modellvorhaben, das im Erfolgsfall eine flächendeckende Einführung der Kapselendoskopie zur Folge haben könnte. Wissenschaftlich bewertet wird das Projekt durch das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universität Köln. Befristet ist die Probephase auf den 30. September 2015.
Weitere Informationen
zur Kapselendoskopie gibt es auch im Internet auf der Seite der AOK unter www.darmkapsel.de/aok.
Markus Schwarzkugler